Stellenplanung für die Jahre 2013 bis 2016 weitgehend verabschiedet.
Herzberg. „Das war heute ein historischer Beschluss,“ fasste Superintendent Volkmar Keil (Herzberg) das wichtigste Ergebnis der ersten Sitzung des Kirchenkreistags der Kirchenkreises Herzberg am 13. Januar 2012 im Herzberger Martin-Luther-Haus zusammen. Mit der endgültigen Annahme der Vereinbarung über die Fusion der Kirchenkreise Clausthal-Zellerfeld, Herzberg und Osterode zum 1.1.2013 machte der Kirchenkreistag den Weg frei für die Gründung des neuen gemeinsamen Kirchenkreises.

Historischer Beschluss des Kirchenkreistags: Am 1.1.2013 entsteht der neue Harzer Kirchenkreis.
Wie schon im vergangenen Jahr beschlossen worden war, wird Osterode Sitz der Superintendentur. Erster Superintendent des Kirchenkreises wir der bisherige Herzberger Superintendent Volkmar Keil. Er ist als leitender Geistlicher dann zuständig für 50 Kirchengemeinden und 2 Kapellengemeinden mit ca. 70.000 Gemeindegliedern, die im neuen Kirchenkreis zusammenarbeiten. In seinem Leitungsamt soll Keil von zwei Stellvertretern unterstützt werden, die aus den Altkirchenkreisen Herzberg und Clausthal-Zellerfeld kommen.
Der Name des neuen Kirchenkreises steht noch nicht fest. Wie Ingrid Baum, Vorsitzende des Kirchenkreistags, erklärte, wird es zur endgültigen Namensfindung eine gemeinsame Sitzung der Kirchenkreistage aus Clausthal-Zellerfeld, Herzberg und Osterode am 23. März 2012 in Herzberg geben.
Zweiter wichtiger Beschluss des höchsten Gremiums des Kirchenkreises war die Stellenplanung für die Jahre 2013 bis 2016. Aufgrund der Fusion gibt es erstmals eine Stellenplanung für den Gesamtkirchenkreis. Wie bereits bei der letzten Sitzung des Kirchenkreistags im November 2011 vorgestellt, wird es für den Altkirchenkreis Herzberg insgesamt Kürzungen im Umfang von einer Pfarrstelle geben. Für die Region Herzberg (Herzberg, Lonau, Sieber, Pöhlde, Scharzfeld, Elbingerode, Hörden, Hattorf) ergibt sich eine Kürzung um 0,25 Pfarrstellen. Im Eichsfeld (Duderstadt, Hilkerode, Gieboldehausen und Wollershausen) und in Bad Sachsa fallen jeweils 0,25 Pfarrstellen weg, ebenso durch das Auslaufen der Jugendkirche in Bad Lauterberg. Zudem werden ab 2014 mit dem Ruhestand von Pastor Dr. Friedrich Seven die Kirchengemeinden Scharzfeld und Pöhlde im Rahmen einer pfarramtlichen Verbindung zusammenarbeiten. Zuständiger Seelsorger für beide Kirchengemeinden wird der Pöhlder Pastor Andreas Schmidt sein.
Ein Aufschub wurde den Kirchengemeinden der Bäderregion (Bad Sachsa, Steina, Bad Lauterberg, Barbis, Osterhagen und Bartolfelde) eingeräumt. Hier arbeiten die Kirchengemeinden bis Juni 2012 in einem moderierten Prozess daran, ein Konzept für die optimale Aufteilung der insgesamt 4,25 Pfarrstellen in der Region zu erstellen.
Ebenfalls verabschiedet wurden die Entwürfe zu den sogenannten Grundstandards, die die Stellenplanungen inhaltlich für die Bereiche Kirchenmusik, Jugendarbeit, Diakonie, Verkündigung und Leitung des Kirchenkreises näher beschreiben.
Weiter fassten die Delegierten einen Beschluss zur Fusion der Kirchenkreisämter Osterode und Northeim. Nach den Kriterien, die die Landessynode, das höchste beschlussfassende Gremium der Landeskirche, beschlossen hat, ist das Kirchenkreisamt Osterode langfristig zu klein, um selbstständig weiterzubestehen. Mit großer Mehrheit sprach sich der Kirchenkreistag dafür aus, eine Fusion mit dem Kirchenkreisamt des Kirchenkreises Leine-Solling in Northeim erst zum 1.1.2019 durchzuführen. Gerade für die Anfangszeit des neuen gemeinsamen Kirchenkreises sei eine eigenständige Verwaltung dringend notwendig, betonte Superintendent Volkmar Keil. Zudem plädierten die Kirchenkreistagsmitglieder dafür, auch über 2019 hinaus Osterode als kirchlichen Verwaltungsstandort zu erhalten.

Superintendent Keil bei seinem Bericht vor dem Kirchenkreistag Herzberg.
In seinem Bericht am Ende der Kirchenkreistagssitzung stellte Superintendent Keil die große Bedeutung der Ehrenamtlichen für die gottesdienstliche Versorgung in der Zukunft heraus. Im neuen gemeinsamen Kirchenkreis werde es insgesamt 24,75 Pfarrstellen geben, aber schon jetzt hielten 44 Ehrenamtliche als Lektoren und Prädikanten selbstständig Gottesdienste. Nur so sei eine flächendeckende Versorgung aller Kirchengemeinden möglich.
Die Personallage im Kirchenkreis sei im Hinblick auf die Pastorinnen und Pastoren durch Krankheitsfälle und Elternzeiten weiterhin angespannt, so Keil. Allerdings ergäbe sich durch die Wiederbesetzung der halben Pfarrstelle in Lindau/Bilshausen (Eichsfeld) zum 1.3.2012 mit Pastorin Hutter eine Besserung. Weiter wies der leitende Geistliche des Kirchenkreises auf die Kirchenvorstandswahlen in allen Kirchengemeinde am 18. März hin. Die Arbeit in den Kirchenvorständen sei entscheidend für die Gestaltung des kirchlichen Lebens vor Ort und im Kirchenkreis, sagte Keil.
Ein weiterer Höhepunkt für den Kirchenkreis wird nach Aussagen des Superintendenten der Tag der Niedersachsen von 13. bis 15. Juli 2012 in Duderstadt sein. Allen Kirchengemeinden und Einrichtungen des Kirchenkreises wird es dort möglich sein, sich auf einem Markt der Möglichkeiten den bis zu 300.000 Besucherinnen und Besuchern zu präsentieren. Dieses sei „eine einmalige Chance, die es sobald nicht wieder gibt.“ Ein Highlight wird der Open-Air-Gottesdienst in Duderstadt am Sonntag Morgen (15. Juli 2012) sein, an dem Landesbischof Ralf Meister und Landessuperintendent Eckhard Gorka (Hildesheim) teilnehmen.
Abschließend sagte Keil in Anlehnung an die Jahreslosung 2012 „Meine Kraft ist in den Schwachen mächtig“, dass er überzeugt sei, dass auch in für die Kirche schwierigen Zeit und Prozessen, viel segensreiches Handeln in den Kirchengemeinden entstehe und auch in Zukunft entstehen werde.
Benjamin Simon-Hinkelmann, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit im Kirchenkreis Herzberg