Sprengel Hildesheim-Göttingen

Kirchliches Leben zwischen Hameln und Herzberg, Peine und Münden

„Paddel voraus – und los!“

Menschen mit Behinderung trainieren für das Drachenbootrennen auf dem Maschsee

Das Drachenboot am Steg des Hannoverschen Kanu Clubs liegt ziemlich schief im Wasser. „Es wird bankweise eingestiegen. Zuerst die Paddler, die rechts auf der Bank sitzen, dann der Nachbar links auf derselben Bank – nicht alle zuerst auf der rechten Seite“, interveniert die Teamkapitänin Daniela Knoop. „Sonst kentert das Boot!“

Das ist ein wichtiger Hinweis für die Besatzung, denn fast alle besteigen zum ersten Mal ein Drachenboot. Bisher waren die Menschen mit geistiger Behinderung nur Zuschauer bei den jährlichen Hannover Dragonboatraces auf dem Maschsee, jetzt paddeln 13 von ihnen selbst mit – zusammen mit Mitarbeitenden der Diakonie Himmelsthür bilden sie das Team „Die Glücksritter“.

„Die Glücksritter“ beim Training auf dem Maschsee.

Daniela Knoop ist Wohnbereichsleiterin in einem Wohnangebot für Kundinnen und Kunden der Diakonie Himmelsthür und in ihrer Freizeit leidenschaftliche Drachenbootfahrerin. Mit ihrem Interesse steckte sie ihre Kolleginnen und Kollegen an und suchte nach Möglichkeiten, die Teilnahme am beliebten Event auch für Menschen mit Behinderung zu realisieren. Die Niedersächsische Lotto-Sport-Stiftung konnte schließlich zur Finanzierung gewonnen werden. „Die Bewohnerinnen und Bewohner haben nur ein kleines Taschengeld, damit können die Startgebühren, die benötigten extra Trainingseinheiten und die wichtigen passenden T-Shirts nicht finanziert werden“, erklärt Daniela Knoop. Weiterlesen…

Familienministerium: Es fehlen noch 130.000 Krippen-Plätze

Berlin (epd). Derzeit fehlen rund 130.000 Krippen-Plätze, wenn die Bundesregie- rung ihr Ausbauziel von 750.000 Plätzen bis August 2013 erreichen will. Diese Zahl nannte der Sprecher von Bundesfamilienministerin Kristina Schröder (CDU), Christoph Steegmans, am Mittwoch in Berlin. Er wies damit zugleich einen Bericht der Tageszeitung „Die Welt“ (Mittwochsausgabe) zurück, wonach noch 260.000 Plätze fehlen sollen. „Diese Zahl ist falsch“, sagte Steegmans. Sie beruhe auf Berechnungen aus dem März 2011. Inzwischen seien Zehntausende neuer Plätze entstanden.

Von August 2013 an sollen Eltern einen Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz für Kleinkinder unter drei Jahren erhalten. Bis dahin sollen nach Vereinbarungen von Bund, Ländern und Kommunen 750.000 Plätze in Krippen und bei Tagesmüttern zur Verfügung stehen. Die Bundesregierung geht davon aus, dass im Bundesdurchschnitt 39 Prozent der Eltern einen Platz brauchen. Die Kommunalverbände rechnen mit einer größeren Nachfrage und warnen, es fehlten noch mehr als 200.000 Plätze. Sie fürchten, mit Klagen überzogen zu werden. Steegmans sagte, die Verwirrung über die Zahl der fehlenden Plätze gehe auch darauf zurück, dass die Datenerfassung dem tatsächlichen Ausbau hinterherhinke. Weiterlesen…

Kindergarten St. Sixti Süd-Stadt feierte mit allen Sinnen

Frühlingsfest mit Kindern und Familien

Northeim. „Mit allen Sinnen“ feierten die 130 Kinder des Kindergartens St. Sixti Süd-Stadt und ihre Angehörigen am Freitag, den 11. Mai ihr Frühlingsfest. Dabei kamen zunächst die Ohren zum Einsatz, als die Kinder ihre Lieder vortrugen, die sie mit Kreiskantor Benjamin Dippel allwöchentlich einstudieren.

Im Garten der Kindertagesstätte hatten die Erzieherinnen einen Sinnes-Parcours aufgebaut. Hier konnten alle Kleinen bei Fühlkästen, Geschmacksmemory, Barfußpfad und Fühlstraße ihren Tast- und Ge-schmackssinn testen.

Beim Bau von Percussions-Instrumenten aus Kronkorken, Astgabeln, Bechern und Perlen waren nicht nur Geschick, sondern auch das Gehör und die Augen gefragt. Wer seine eigene Handcreme mit Zitronenduft herstellte, schmeichelte seinem Geruchssinn und pflegte dabei auch seine Hände. Bei Kaffee, Saft und Waffeln wurden die Geschmackspapillen ganz von selbst eingeschaltet. Auch die Erwachsenen hatten zu tun. Bei einem Personen-Bingo konnte nur gewinnen, wer unter den andern Eltern, durch Erfragen der Hobbys und Vorlieben, genügend Unterschriften für seinen Bingo-Zettel sammeln konnte. So verlebten alle Familien gemeinsam einen gemütlichen Nachmittag.

Text und Bild: LS-PD

Turbulenter Weg zur Reformation

1542 feierte Johannes Bugenhagen den ersten evangelischen Gottesdienst mit den Hildesheimern: Ausstellung in der Andreaskirche

Hildesheim. Johannes Bugenhagen betritt die Andreaskirche, um in Hildesheim den ersten evangelischen Gottesdienst abzuhalten: In einem Wandgemälde, das einst die Hildesheimer Rathaushalle zierte, stellte ein Künstler die Szene voller Würde und Andacht dar. Doch tatsächlich war es ein zäher Kampf über Jahrzehnte, ehe die Reformation auch in der Bischofsstadt Einzug hielt. Uwe Merten, Küster der Andreaskirche, hat sich lange mit dem turbulenten Weg zur Hildesheimer Reformation befasst und eine Ausstellung dazu zusammengetragen. Sie wird am Pfingstsonntag im Anschluss an den 10-Uhr-Gottesdienst in der Andreaskirche eröffnet und ist dann bis zum 31. August zu sehen.

Küster Uwe Merten und Pastor Detlef Albrecht vor dem Kirchenportal, durch das einst Johannes Bugenhagen die Andreaskirche betrat. Das Wandgemälde aus der Hildesheimer Rathaushalle, das diesen historischen Tag darstellte, ist heute nur noch als Stich erhalten.

In den Städten ringsum hatte die Lehre Martin Luthers sich längst durchgesetzt, als in Hildesheim noch immer evangelische Lieder, Predigten und Schriften verboten waren. Mit Hausdurchsuchungen und Bücherverbrennungen ging die Stadt dagegen vor, ließ Anhänger der neuen Lehre einsperren oder aus der Stadt weisen, evangelische Prediger von der Kanzel zerren. Es sei vor allem der damalige Bürgermeister Hans Wildefüer gewesen, hat Uwe Merten bei seinen Recherchen erfahren, der die katholische Kirche in Hildesheim beharrlich gegen die Reformatoren verteidigte. Erst nach seinem Tod im Dezember 1541 habe die evangelische Lehre in Hildesheim offiziell Einzug gehalten. Weiterlesen…

Geschmackloser Spot(t)

EKD-Ratsvorsitzender nennt Sat.1-Werbespot geschmacklos

Hannover (epd). Evangelische Kirchenvertreter haben den Sat.1- Werbespot zum Champions-League-Finale, der mit einer Fußballversion des „Vater Unser“ wirbt, scharf kritisiert. Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Nikolaus Schneider, bezeichnete den Trailer am Mittwoch als „eine geschmacklose Grenzüberschreitung“. Kritik kam auch vom EKD-Sportbeauftragten Bernhard Felmberg, der den Werbefilm geschmacklos, „ärgerlich und überflüssig“ nannte.

Schneider sagte dem Evangelischen Pressedienst (epd): „Wir erleben den Tanz ums Goldene Kalb: Alles ist Gegenstand der Kommerzialisierung und wird zur Ware gemacht, sogar das Vater Unser.“ Das Gebet der Christenheit diene in dem Werbespot dazu, eine Produktwerbung religiös zu überhöhen. „Soweit darf man um der Einschaltquoten und um der Produktwerbung willen aber nicht gehen.“ Der Spot verletze die Gefühle von Christen und missachte den gebotenen Respekt vor der Heiligkeit Gottes.

Weiterlesen…

Umfrage: Vatertag

Landesbischof Meister wünscht sich anderen Vatertag

epd-Gespräch: Michael Grau

Hannover (epd). Der hannoversche Landesbischof Ralf Meister wünscht sich einen von Christi Himmelfahrt losgelösten Vatertag. „Väter, die ihre Vaterschaft ernst nehmen, sollte man besonders würdigen“, sagte der Bischof am Dienstag dem Evangelischen Pressedienst (epd). Nach österreichischem Vorbild könne ein Sonntag nach Pfingsten im Frühsommer in Kirche und Gesellschaft dazu bestimmt werden, ernsthaft über die Vaterrolle nachzudenken.

Wenn für den Vatertag ein anderer Termin gefunden sei, könne Christi Himmelfahrt als Feiertag wieder stärker in den Blick kommen, sagte Meister. Der Himmel stehe als symbolischer Ort dafür, dass Gott allen Menschen nahe sei. Deshalb würden in den Kirchengemeinden an diesem Tag viele Gottesdienste unter freiem Himmel gefeiert.

Was sich in Deutschland an Ritualen zum inoffiziellen „Vatertag“ am Feiertag Christi Himmelfahrt entwickelt habe, sei nicht geeignet, über das Vatersein nachzudenken, sagte Meister, der selbst zwei Söhne und eine Tochter hat. Der Bischof wies darauf hin, dass es überwiegend Jugendliche und junge Erwachsene seien, die mit Bierkästen loszögen. „Wer so etwas als Vater tut, sollte noch mal überlegen, ob er seinen Kindern wirklich gerecht wird.“

In Österreich wurde der Vatertag 1955 analog zum Muttertag eingeführt und am zweiten Sonntag im Juni begangen. Väter erhalten kleine Geschenke. Auch zahlreiche andere Länder feiern einen Vatertag.

Präses Schneider: Kirche wird Bestand haben

Engelskirchen (epd). In der Debatte über die Zukunft der Kirche hat der rheinische Präses Nikolaus Schneider zur Gelassenheit aufgerufen. „Es wird auch 2040 oder 2050 eine evangelische – das heißt eine am Evangelium orientierte – Kirche geben“, sagte der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) am Freitag vor Presbytern des Kirchenkreises An der Agger im oberbergischen Engelskirchen.

Diese Kirche werde vielleicht anders aussehen als heute die EKD, fügte Schneider laut Redetext hinzu. „Und vielleicht wird auch die von uns noch immer so sorgsam gehütete Trennung zwischen lutherischer, reformierter oder unierter Konfession die Zeiten nicht überstehen.“ Was aber Bestand haben werde, sei die eine Kirche Jesu Christi, in der das Evangelium gepredigt und die Sakramente gereicht würden. Das habe Gott verheißen. Weiterlesen…

Göttinnen-Geburtstag zur Premiere

Proben des Forums Heersum für neues Stück über die Antike haben begonnen

Holle. Der Höllenhund Zerberus ist als erster gefunden. Unter den rund 120 Theaterbegeisterten, die zum ersten Probentreffen für das neueste Projekt des Landschaftstheaters Heersum gekommen sind, findet sich für jede Rolle die richtige Besetzung. Auf der Wiese neben dem Glashaus in Derneburg geht es zu wie auf einem Familientreffen; vom Kleinkind bis zum Großvater sind alle vertreten – gespannt, was die Proben für „Unter Göttern – eine Theaterwanderung durch das Schattenreich“ für sie bereit hält.

Die DarstellerInnen lernen schon mal wie man griechisch singt: Einfach immer mit scharfem S.

Die meisten von ihnen sind Laien mit reichlich Theatererfahrung. Manche spielen schon seit 1990 beim Forum Heersum mit. Zum Beispiel Bianca Gondeck: Sie wird eine Göttin spielen, ebenso wie ihre kleine Tochter Finja, die zur Premiere am 30. Juni sogar ihren ersten Geburtstag feiern wird.

Mehr Wohlfühlfaktor bei den Proben verspricht Regisseur Uli Jäckle zur Begrüßung; also beginnt das Treffen gleich mit Musik und Tanz. Denn das neue Stück soll alles enthalten, was zu Griechenland dazugehört: GöttInnen, HeldInnen und Gelehrte, Sirtaki und – Schunkeln? Die Darsteller lernen gleich mal, wie man griechisch singt: Einfach immer mit einem scharfen S. Das klingt dann ungefähr so: „Das letzte Hemd hat leider keine Tassen ….drum lasst uns schnell den kleinen Rest vernassen.“ Die Bezüge zu Griechenland sind auch hier offensichtlich. Weiterlesen…

Dritter Holler Orgelsommer

Vierteilige Konzertreihe in der St.-Martins-Kirche beginnt am 2. Juni

Der dritte Holler Orgelsommer beginnt am Samstag, 2. Juni, mit einem Konzert in der St.-Martins-Kirche Holle. Bis September können sich Musikfans den ersten Samstag im Monat als wiederkehrenden Termin in den Kalender eintragen. Jeweils um 17 Uhr gestalten Musikerinnen und Musiker in St. Martin anspruchsvolle Programme mit klassischer Musik.

Zum Auftakt am 2. Juni interpretieren die Organistin Susanne Bremsteller und der Trompeter Michael Weissbach Werke von Cherubini, Händel, Bach, Grieg und anderen Komponisten. Susanne Bremsteller ist examinierte A-Kirchenmusikerin, arbeitet als Organistin in der Hildesheimer Christusgemeinde und spielt als Solistin zahlreiche Konzerte. Michael Weissbach ist ein ambitionierter Laie, gelernt hat er unter anderem bei Ludwig Güttler.

Martin Weyer, Professor für Musikwissenschaft i.R., setzt die Reihe am 7. Juli mit einem Gesprächskonzert fort. Der international renommierte Organist spielt ein Programm unter dem Titel „Mit Mozart auf Reisen“.

Thomas Viezens, Dommusikdirektor in Hildesheim, widmet sich am 4. August Werken von Buxtehude, Bach und Mendelssohn Bartholdy. Viezens ins verantwortlicher Leiter der Hildesheimer Dommusik, er dirigiert auch den Domchor, den Kammerchor, die Choralschola, die Schola Gregoriana und die Domsing-Knaben.

„Anno Te: Orgelimprovisationen und gregorianische Choräle“ lautet der Titel des Abschlusskonzertes am 1. September. Die Choräle werden von „Invocabo“ gesungen, einer der wenigen Frauenscholen in Deuschland. Die Orgel spielt der Benediktiner-Mönch Samuel Elsner.

Text: Kultur & Kommunikation (Ralf Neite)

Die Konzerte werden von der Grasdorf Wennekamp GmbH, der Sparkasse Hildesheim und mehreren privaten SpenderInnen ermöglicht. Der Entritt ist frei.

Post Navigation

Follow

Bekomme jeden neuen Artikel in deinen Posteingang.

Join 169 other followers