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von Landessuperintendent Eckhard Gorka, Hildesheim

Landessuperintendent Eckhard Gorka, Hildesheim

Landessuperintendent Eckhard Gorka, Hildesheim

Liebe Kirchenmitglieder in den Kirchen- und Kapellengemeinden unseres Sprengels Hildesheim-Göttingen,

am 18. März 2012 wählen Sie alle in Ihren Gemeinden die Kirchen- und Kapellenvorstände.
Viele in der Gemeindearbeit aktive Frauen und Männer haben schon ihre Bereitschaft erklärt, sich zur Wahl zu stellen. Dafür bin ich sehr dankbar.
Es gibt aber auch Gemeinden, in denen noch dringend Kandidatinnen und Kandidaten gesucht werden.
Deshalb bitte ich gerade die Kirchenmitglieder in diesen Gemeinden herzlich, sich zu überlegen, ob sie Verantwortung mittragen wollen und sich ebenfalls zur Wahl stellen.
Nur mit möglichst gut und zahlreich besetzten Kirchenvorständen kann es gelingen, kirchliches Leben vor Ort in aller Vielfalt und Offenheit zu gestalten und weiterzuentwickeln.

Kirchliches Leben in unseren Kirchen- und Kapellengemeinden verändert sich zur Zeit in sehr unterschiedlicher Weise.
Helfen Sie mit, dass wir als Kirche auch in Zukunft vor Ort bleiben und lebendig und fröhlich Gottes frohe Botschaft verkündigen können.

Ihre Kirche vor Ort braucht Sie!

Herzlichst,
Ihr Eckhard Gorka

Informationen zur Kirchenvorstandwahl finden Sie hier: www.gemeinde-stark-machen.de/de/hannover

Bischof Ralf Meister predigte beim Festgottesdienst am 15. Januar 2012 /Erste Kirchen-App in der Hannoverschen Landeskirche

Vollbesetzt war das Hamelner beim Eröffnungsgottesdienst zum Jubiläumsjahr. Bild: Münster-Kirchengemeinde Hameln

Hameln. Das Hamelner Münster St. Bonifatius kann im Jahr 2012 auf eine 1200-jährige Geschichte zurückblicken. Die Münster-Gemeinde und der evangelisch-lutherische Kirchenkreis Hameln-Pyrmont nehmen dies zum Anlass unter dem Motto „Licht am Fluss“das Jubiläum gebührend zu feiern. Landesbischof Ralf Meister hielt beim Festgottesdienst zum Auftakt am Sonntag, 15. Januar, im Münster die Predigt.  Nach den Grußworten wurde die Installation „Licht am Fluss“ des Künstlers Werner Koch eröffnet. Projektkoordinator Pastor Dirk Jonas  führte in die Installation ein, die bis zum 3. April in Nord- und Südschiff des Münsters zu sehen sein wird.

Ein ganz außergewöhnliches Geschenk hat sich Medien31 für das  Hamelner Münster St. Bonifatius ausgedacht. Medien31, eine Tochter der Deister- und Weserzeitung Verlagsgesellschaft mbH & Co KG, hat für das Jubiläum die Smartphone-App „Licht am Fluss“ entwickelt. Damit gilt das Münster nicht nur als Erbe ältester Kirchengeschichte Niedersachsen, sondern hat jetzt auch die erste App im Bereich der evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers. Neben Impressionen vom Münster und den wichtigsten Kontaktdaten bietet die App vor allem den aktuellen Veranstaltungskalender fürs Jubiläumsjahr. Ob zu Hause oder unterwegs, überall kann man sich nun stets informieren, was wann und wo an Programm geboten wird. Erhältlich ist die Münster-App kostenlos im iTunes-App-Store oder Android-Market.

Das komplette Programm des Jubiläumsjahres ist im Internet auf der Homepage des Münsters unter http://www.muenster-hameln.de/muenster-jubilaeum/index.htm abrufbar.

Weitere Informationen gibt es bei Pastor Simon Pabst, Öffentlichkeitsbeauftragter des Kirchenkreises Hameln-Pyrmont, Grohnder Str.44, 31860 Emmerthal, Tel.: 05155-8103, Mobile: 0176-41411827, simon_pabst@yahoo.de.

Stellenplanung für die Jahre 2013 bis 2016 weitgehend verabschiedet.

Herzberg. „Das war heute ein historischer Beschluss,“ fasste Superintendent Volkmar Keil (Herzberg) das wichtigste Ergebnis der ersten Sitzung des Kirchenkreistags der Kirchenkreises Herzberg am 13. Januar 2012 im Herzberger Martin-Luther-Haus zusammen. Mit der endgültigen Annahme der Vereinbarung über die Fusion der Kirchenkreise Clausthal-Zellerfeld, Herzberg und Osterode zum 1.1.2013 machte der Kirchenkreistag den Weg frei für die Gründung des neuen gemeinsamen Kirchenkreises.

Historischer Beschluss des Kirchenkreistags: Am 1.1.2013 entsteht der neue Harzer Kirchenkreis.

Wie schon im vergangenen Jahr beschlossen worden war, wird Osterode Sitz der Superintendentur. Erster Superintendent des Kirchenkreises wir der bisherige Herzberger Superintendent Volkmar Keil. Er ist als leitender Geistlicher dann zuständig für 50 Kirchengemeinden und 2 Kapellengemeinden mit ca. 70.000 Gemeindegliedern, die im neuen Kirchenkreis zusammenarbeiten. In seinem Leitungsamt soll Keil von zwei Stellvertretern unterstützt werden, die aus den Altkirchenkreisen Herzberg und Clausthal-Zellerfeld kommen.
Der Name des neuen Kirchenkreises steht noch nicht fest. Wie Ingrid Baum, Vorsitzende des Kirchenkreistags, erklärte, wird es zur endgültigen Namensfindung eine gemeinsame Sitzung der Kirchenkreistage aus Clausthal-Zellerfeld, Herzberg und Osterode am 23. März 2012 in Herzberg geben.

Zweiter wichtiger Beschluss des höchsten Gremiums des Kirchenkreises war die Stellenplanung für die Jahre 2013 bis 2016. Aufgrund der Fusion gibt es erstmals eine Stellenplanung für den Gesamtkirchenkreis. Wie bereits bei der letzten Sitzung des Kirchenkreistags im November 2011 vorgestellt, wird es für den Altkirchenkreis Herzberg insgesamt Kürzungen im Umfang von einer Pfarrstelle geben. Für die Region Herzberg (Herzberg, Lonau, Sieber, Pöhlde, Scharzfeld, Elbingerode, Hörden, Hattorf) ergibt sich eine Kürzung um 0,25 Pfarrstellen. Im Eichsfeld (Duderstadt, Hilkerode, Gieboldehausen und Wollershausen) und in Bad Sachsa fallen jeweils 0,25 Pfarrstellen weg, ebenso durch das Auslaufen der Jugendkirche in Bad Lauterberg. Zudem werden ab 2014 mit dem Ruhestand von Pastor Dr. Friedrich Seven die Kirchengemeinden Scharzfeld und Pöhlde im Rahmen einer pfarramtlichen Verbindung zusammenarbeiten. Zuständiger Seelsorger für beide Kirchengemeinden wird der Pöhlder Pastor Andreas Schmidt sein.
Ein Aufschub wurde den Kirchengemeinden der Bäderregion (Bad Sachsa, Steina, Bad Lauterberg, Barbis, Osterhagen und Bartolfelde) eingeräumt. Hier arbeiten die Kirchengemeinden bis Juni 2012 in einem moderierten Prozess daran, ein Konzept für die optimale Aufteilung der insgesamt 4,25 Pfarrstellen in der Region zu erstellen.

Ebenfalls verabschiedet wurden die Entwürfe zu den sogenannten Grundstandards, die die Stellenplanungen inhaltlich für die Bereiche Kirchenmusik, Jugendarbeit, Diakonie, Verkündigung und Leitung des Kirchenkreises näher beschreiben.

Weiter fassten die Delegierten einen Beschluss zur Fusion der Kirchenkreisämter Osterode und Northeim. Nach den Kriterien, die die Landessynode, das höchste beschlussfassende Gremium der Landeskirche, beschlossen hat, ist das Kirchenkreisamt Osterode langfristig zu klein, um selbstständig weiterzubestehen. Mit großer Mehrheit sprach sich der Kirchenkreistag dafür aus, eine Fusion mit dem Kirchenkreisamt des Kirchenkreises Leine-Solling in Northeim erst zum 1.1.2019 durchzuführen. Gerade für die Anfangszeit des neuen gemeinsamen Kirchenkreises sei eine eigenständige Verwaltung dringend notwendig, betonte Superintendent Volkmar Keil. Zudem plädierten die Kirchenkreistagsmitglieder dafür, auch über 2019 hinaus Osterode als kirchlichen Verwaltungsstandort zu erhalten.

Superintendent Keil bei seinem Bericht vor dem Kirchenkreistag Herzberg.

In seinem Bericht am Ende der Kirchenkreistagssitzung stellte Superintendent Keil die große Bedeutung der Ehrenamtlichen für die gottesdienstliche Versorgung in der Zukunft heraus. Im neuen gemeinsamen Kirchenkreis werde es insgesamt 24,75 Pfarrstellen geben, aber schon jetzt hielten 44 Ehrenamtliche als Lektoren und Prädikanten selbstständig Gottesdienste. Nur so sei eine flächendeckende Versorgung aller Kirchengemeinden möglich.
Die Personallage im Kirchenkreis sei im Hinblick auf die Pastorinnen und Pastoren durch Krankheitsfälle und Elternzeiten weiterhin angespannt, so Keil. Allerdings ergäbe sich durch die Wiederbesetzung der halben Pfarrstelle in Lindau/Bilshausen (Eichsfeld) zum 1.3.2012 mit Pastorin Hutter eine Besserung. Weiter wies der leitende Geistliche des Kirchenkreises auf die Kirchenvorstandswahlen in allen Kirchengemeinde am 18. März hin. Die Arbeit in den Kirchenvorständen sei entscheidend für die Gestaltung des kirchlichen Lebens vor Ort und im Kirchenkreis, sagte Keil.

Ein weiterer Höhepunkt für den Kirchenkreis wird nach Aussagen des Superintendenten der Tag der Niedersachsen von 13. bis 15. Juli 2012 in Duderstadt sein. Allen Kirchengemeinden und Einrichtungen des Kirchenkreises wird es dort möglich sein, sich auf einem Markt der Möglichkeiten den bis zu 300.000 Besucherinnen und Besuchern zu präsentieren. Dieses sei „eine einmalige Chance, die es sobald nicht wieder gibt.“ Ein Highlight wird der Open-Air-Gottesdienst in Duderstadt am Sonntag Morgen (15. Juli 2012) sein, an dem Landesbischof Ralf Meister und Landessuperintendent Eckhard Gorka (Hildesheim) teilnehmen.

Abschließend sagte Keil in Anlehnung an die Jahreslosung 2012 „Meine Kraft ist in den Schwachen mächtig“, dass er überzeugt sei, dass auch in für die Kirche schwierigen Zeit und Prozessen, viel segensreiches Handeln in den Kirchengemeinden entstehe und auch in Zukunft entstehen werde.

Benjamin Simon-Hinkelmann, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit im Kirchenkreis Herzberg

Gründungsgottesdienst für den evangelischen Gemeindeverband Leinetal Elze-Eime

Elze. Mit einem festlichen Gottesdienst in der Peter-und-Paul-Kirche in Elze haben die Christen aus dem Leinetal die Gründung eines Gemeindeverbandes gefeiert. Rund 7500 Christen aus der Stadt Elze und dem Flecken Eime wollen in Zukunft näher zusammenrücken.

Die Zukunft wollen sie Hand in Hand gestalten: Pastor Dirk Glanert, Stefan Scherer, Superintendent Christian Castel, Pastor Thomas Guddat und Pastorin Marita Meixner-Andersohn.

Zwar wurde der entsprechende Vertrag schon im Mai 2011 unterschrieben – wirklicher Beginn könne aber erst ein Gottesdienst sein, sagte die Elzer Pastorin Marita Meixner-Andersohn. Die Pastoren der beteiligten Gemeinden feierten den Gottesdienst gemeinsam: Neben Pastorin Meixner-Andersohn sind das Christian Castel, Superintendent des Kirchenkreises Hildesheimer Land-Alfeld, der in Elze auch als Pastor tätig ist, sowie Dirk Glanert, Pastor in den Gemeinden Mehle-Sehlde, Esbeck und Wülfingen, und Pastor Thomas Guddat, zuständig für die drei Gemeinden in den fünf Ortschaften des Flecken Eime. Thomas Guddat ist auch Vorsitzender im Vorstand des neu gegründeten Gemeindeverbandes, sein Stellvertreter ist Stefan Scherer.

Der Gemeindeverbands-Vorstand besteht aus acht Vertreterinnen und Vertretern der Kirchenvorstände und den vier Pastoren. Mit der Gründung des Verbandes gebe es einen gemeinsamen Haushalt, erläuterte Pastor Guddat. Der Verband sei Arbeitgeber der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in allen angeschlossenen Gemeinden und zuständig für den Erhalt aller Kirchengebäude. Das bringe mehr Flexibilität für aufwändigere Vorhaben mit sich. Mit der Gründung des Verbandes hätten die Gemeinden die Möglichkeit, sich allmählich einander anzunähern und auf eine zukünftige noch engere Zusammenarbeit vorzubereiten, erklärte Thomas Guddat: „So können wir das aktiv gestalten.“

Die Eigenarten und Angebote der einzelnen Gemeinden sollten aber auf jeden Fall erhalten bleiben. Die Gemeinden behalten ihre Pastorinnen und Pastoren sowie ihre Kirchenvorstände. Trotzdem sollten die Gemeinden zusammenrücken, sich beispielsweise bei den Verbandsgottesdiensten kennen lernen und auch einmal die anderen Kirchen besuchen. Denn die Pastorenstellen seien zwar für vier Jahre sicher, auf lange Sicht aber wohl nicht alle zu halten, so dass neue Perspektiven entwickelt werden müssten. Da sei eine lange Vorlaufzeit hilfreich: „Das geht nur mit Vertrauen und Transparenz bis in die Gemeinden hinein.“

Die Predigten während des Gottesdienstes befassten sich mit dem Kirchenlied „Wie schön leuchtet der Morgenstern“, das Philipp Nicolai im Pest-Jahr 1597 verfasste. Er habe mit dem Lied Hoffnungsbilder geschaffen, die den Blick fort von dem Elend nach oben zum Himmel reißen, sagte Pastor Guddat. Das Lied spreche Verstand und Herz gleichermaßen an, erläuterte Pastorin Marita Meixner-Andersohn. Glauben und Freude, die fest im Herzen aufgenommen seien, ließen Sorgen und Zukunftsängste in anderem Licht erscheinen, so Superintendent Castel.

Im Anschluss an den Gottesdienst konnten die Mitglieder der verschiedenen Gemeinden bei einem Empfang miteinander ins Gespräch kommen.

 Text und Foto: Kultur & Kommunikation (Wiebke Barth)

Sozialministerin Aygül Özkan zu Besuch in der Diakonie Himmelsthür

Heilerziehungspflegerin Kerstin Braun, Fachbereichsleiter Reinhard Komischke-Mast und Facharzt Dr. Hans Ulrich Peltner (von links) informieren über die Angebote der Diakonie Himmelsthür für Kinder und Jugendliche mit Behinderungen.

Hildesheim-Sorsum. Inklusion ist seit der Behindertenrechts-Konvention der Vereinten Nationen in aller Munde. Dass es dabei um mehr geht als einen vorübergehenden Trend, stellte die niedersächsische Sozialministerin Aygül Özkan am heutigen Dienstag bei einem Besuch in der Diakonie Himmelsthür klar. „Das Thema wird uns in der Tat noch lange beschäftigen“, sagte sie im Gespräch mit Leitung des landesweit größten Dienstleisters für Menschen mit Behinderungen.

Direktor Ulrich Stoebe begrüßte die Ministerin in der Unternehmenszentrale in Hildesheim-Sorsum. „Wir sehen Ihren Besuch auch als Zeichen der Wertschätzung für die diakonische Arbeit“, so Stoebe, und die habe in der Diakonie Himmelsthür bereits eine mehr als hundertjährige Tradition. In jüngster Zeit sei die Inklusion – die selbstverständliche und volle Teilhabe aller Menschen am Leben der Gesellschaft – „für uns zum Kompass einer Neuausrichtung geworden“. Dies schlage sich nicht zuletzt in dezentralen, an den individuellen Wünschen der Menschen orientierten Wohn- und Förderangeboten nieder.

„Wir glauben, dass Inklusion nicht ein Thema für Randgruppen, sondern ein ganz zentrales gesellschaftliches Thema ist“, sagte Ulrich Stoebe und stieß bei der Sozialministerin auf offene Ohren. Inklusion dürfe sich nicht auf Menschen mit Behinderungen beschränken, sondern müsse auch für Menschen mit Migrationshintergrund, beeinträchtigte Seniorinnen und Senioren oder andere Menschen mit Unterstützungsbedarf realisiert werden, so die CDU-Politikerin. Das könne freilich nur ein „sachter, vorsichtiger, langsamer Prozess“ sein. Aygül Özkan: „Inklusion heißt, dass man Trennungen, die in den Köpfen4 gemacht werden, überwindet.“

Bei einem Rundgang durch den Kinder- und Jugendbereich der Diakonie Himmelsthür wurde deutlich, dass Menschen mit Behinderungen sehr unterschiedlichen Assistenzbedarf haben und es keine Norm für Teilhabe und Wahlmöglichkeiten gibt. Im Haus Arche leben unter anderem Kinder und Jugendliche mit sehr hohem medizinischen Unterstützungsbedarf – einige von ihnen müssen beispielsweise seit ihrer Geburt künstlich beatmet werden und sind aller Voraussicht nach auch für den Rest ihres Lebens auf diese Hilfe angewiesen.

„Das Wesentliche ist für uns, dass wir die Kinder nicht nur versorgen, sondern ihnen auch Förderangebote machen“, erläuterte Reinhard Komischke-Mast, Fachbereichsleiter Wohnen im Kinder- und Jugendbereich. Dazu gehören auch Schulklassen und Vorschulklassen, die sich im selben Haus befinden. Das Lernangebot richtet sich hier ganz nach den jeweiligen Bedürfnissen der Kinder.

Sie halte solch eine variable Eingliederungshilfe für eine gute Lösung, sagte die Ministerin nach dem Rundgang: Einerseits unterstütze die Diakonie Himmelsthür Menschen bei ihrem Weg in eine größtmögliche Selbstständigkeit bis hin zur eigenen Wohnung mitten in der Stadt, andererseits ermögliche sie einen Schutzraum und einen hohen Grad von Assistenz für alle, die darauf angewiesen seien. „Man darf sich nicht der Illusion hingeben, dass das Eine durch das Andere ersetzt werden kann“, so Aygül Özkan. Zum Abschluss sprach sie den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern „ein großes Lob“ aus und verabschiedete sich mit den Worten: „Schönen Gruß und frohes Schaffen!“

Text und Fotos: Kultur & Kommunikation (Ralf Neite)

Am Heiligabend lädt die ev.-luth. St. Salvatoris-Kirchengemeinde Zellerfeld (Kirchenkreis Clausthal-Zellerfeld) um 17 Uhr zur Christvesper an einem außergewöhnlichen Ort ein.

Das sind die Koordinaten für die Christvesper in Zellerfeld.

Zellerfeld. N51° 49.356 E10° 20.110 – so lauten die Koordinaten des Ortes, an dem die ev.-luth. St. Salvatoris-Kirchengemeinde in Zellerfeld am Heiligabend um 17 Uhr ihre Christvesper feiert. Da die St. Salvatoris-Kirche wegen umfangreicher Sanierungsarbeiten bis 2013 geschlossen ist, musste ein Ausweichort gefunden werden.

Der örtliche Landwirt Heiner Schulte jr. erklärte sich bereit, der Kirchengemeinde seine Scheune zur Verfügung zu stellen und bei den Vorbereitungen zu helfen.

Unter der Überschrift „O seht in der Krippe im nächtlichen Stall…“ sind die Gottesdienstbesucherinnen und -besucher eingeladen, die traditionelle Christvesper am Heiligabend in einer ganz besonderen Atmosphäre zu erleben. Neben einem geschmücktem Christbaum, Kerzen, Altarbibel und Stern werden auch lebendige Tiere – Schafe, ein Esel und ein Rind – im Stall zu finden sein.

„Wir machen aus der Not eine Tugend und werden an diesem ungewöhnlichen Ort der Weihnachtsbotschaft nachgehen – wie die Hirten im Stall von Bethlehem“, blickt Pastor Christian Kühne–Neumann auf den besonderen Gottesdienst voraus.

Zu finden ist der „Zellerfelder Stall von Bethlehem“ mit moderner Satelliten-Navigation unter den Koordinaten N51 49.356; E10 20.110 oder über einen Link bei google-Maps http://g.co/maps/85yh4.

Ganz traditionell lautet die Adresse Bockswieser Höhe 2, 38678 Clausthal-Zellerfeld. Um 16.15 Uhr wird von der St.-Salvatoris-Kirche (Paktplatz) ein Fahrdienst zum Bauernhof angeboten.

Für Informationen zu der Christvesper steht  Pastor Christian Kühne-Neumann, 05323-81683, c.kuehne@kirchengemeinde-zellerfeld.de zur Verfügung.

Benjamin Simon-Hinkelmann, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit im Sprengel Hildesheim-Göttingen

Illumination von St. Michael und neuer Zugang zum Michaelishügel eingeweiht

Hildesheim. Mit einem feierlich-beschwingten Fackelzug vom Roemer und Pelizaeus-Museum durch die Burgstraße zum Michaelishügel begann am Abend des 19. Dezember die Eröffnungszeremonie. Klänge unterschiedlicher Musikformationen und eine Feuershow des Duos „Feuer & Flamme“ gingen der erstmaligen Illumination von St. Michael und der neugestalteten Treppe zum Michaelishügel voraus.

In kurzen Grußworten würdigten Hildesheims Oberbürgermeister Kurt Machens, Staatsminister Eckart von Klaeden (Vorsitzender der Stiftung St. Michael), der Geschäftsführers der Energieversorgung Hildesheim (EVI) Michael Bosse-Arbogast und Dirk Woltmann (Pastor an St. Michaelis) den Abschluss der Baumaßnahmen in der Burgstraße und die Fertigstellung der aufwendigen Illumination.

Er sei sich sicher, dass der „Hügel“ und insbesondere die neugestaltete Treppe ein „Lebensort“ werde für die Hildesheimerinnen und Hildesheimer, aber auch für auswärtige Gäste, so Woltmann.

Auf Knopfdruck erfolgte dann die Premiere der Illumination, die bei den gut 500 Zuschauerinnen und Zuschauern großen Anklang fand. So nutzten viele von ihnen die Möglichkeit, erstmalig den Michaelishügel über die neue Treppe zu betreten und die Kirche St. Michael in neuem Licht wahrzunehmen.

Finanziert wurde die Illumination der Michaeliskirche durch die Stiftung St. Michael. Die Stiftung erhielt ein Teilvermächtnis einer Hildesheimerin mit einer engen Verbindung zu St. Michael. Auch die EVI beteiligte sich maßgeblich an den Kosten der Illumination, die insgesamt 70.000 € betragen haben.

Der stellvertretende Vorsitzende der Stiftung St. Michael, Landessuperintendent Eckhard Gorka, machte die Bedeutung der neuen Sichtbarkeit von St. Michael deutlich: „Die Stiftung ist sehr dankbar, durch das Vermächtnis St. Michael auch bei Dunkelheit sichtbar bleiben zu lassen. Der Erhalt der UNESCO-Welterbestätte soll auch kommende Generationen zum Glauben einladen!“

Als Dank für die Unterstützung überreichten Eckart von Klaeden und Eckhard Gorka dem EVI-Geschäftsführer Michael Bosse-Arbogast eine gerahmte Zeichnung der Michaeliskirche.

Durch den Einsatz moderner Beleuchtungstechnik liegt der Energieverbrauch bei nur 1750 Watt und fällt damit geringer aus als beim Betrieb eines handelsüblichen Bügeleisens. Ab Weihnachten wird die Illumination der Kirche den regulären Betrieb aufnehmen. Nach dem Dom ist mit St. Michael nun auch die zweite Hildesheimer UNESCO-Weltkulturerbestätte in besonderer Weise ins Licht gesetzt.

Weitere Informationen zur Kirche St. Michael und zur evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde St. Michael sind unter www.michaelis-gemeinde.de abrufbar.

Text: Benjamin Simon-Hinkelmann, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit im Sprengel Hildesheim-Göttingen, benjamin.simon-hinkelmann@posteo.de

Auf dem Weg zu neuen Gottesdiensten

Hildesheim. 19 Projektpartner aus fünf Sprengeln der Hannoverschen Landeskirche werden dabei sein, wenn im Februar 2012 ein neues Gottesdienst-Projekt im Hildesheim Michaeliskloster startet. Im November 2011 endete die Bewerbungsfrist für Kirchengemeinden, Schulen und Jugendeinrichtungen für die Teilnahme. Gemeinsam mit Experten aus dem Michaeliskloster, dem Landesjugendpfarramt, dem Haus Kirchlicher Dienste, dem Religionspädagogischen Institut in Loccum und weiterer Einrichtungen der Landeskirche machen sich die Teams jetzt an die Arbeit, um an neuen Formen von Konfirmanden-, Jugend- und Schulgottesdiensten zu arbeiten.

„Etwa 70 Prozent der Bewerbungen stammen von Gottesdienst-Teams, die bereits Gottesdienste anbieten. Die anderen Projekte sind noch in der Planungsphase,“ berichtet Landesjugendpastorin Cornelia Dassler, die in der Steuerungsgruppe mitarbeitet.

Pastorin Hanna Dallmeier aus der Michaelis-Gemeinde in Hannover-Ricklingen hat sich gemeinsam mit Diakonin Susanne Orlowski vom evangelischen Jugendtreff Factorix und einem Team von Jugendlichen für das Projekt beworben. „Wir sind gerade dabei, in unserer Gemeinde und der Region die Jugendarbeit neu zu organisieren. Von der Teilnahme erhoffen wir uns einen Schub für die Jugendarbeit in unserer Gemeinde und im Jugendtreff und qualifizierte Rückmeldungen und technische Unterstützung bei unseren Gottesdiensten“, so Dallmeier.

Zu drei Workshops werden die Teams nach Hildesheim eingeladen. Grundlagen zu musikalischer Gottesdienstgestaltung, Liturgie, Moderation, Theater oder Technik werden hier abgestimmt auf die einzelnen Teilnehmerinnen und Teilnehmer vermittelt. In kleinen Gruppen soll daran gearbeitet werden, bestehende Gottesdienste für eine junge Zielgruppe weiterzuentwickeln oder ganz neue Konzepte zu erstellen. Gerade Konfirmandinnen und Konfirmanden fühlen sich von Gottesdiensten in traditioneller Form nur wenig angesprochen wie eine bundesweite Studie zur Konfirmandenarbeit in Deutschland im Jahr 2009 ergab. Das Projekt „Nähme ich Flügel“ nimmt damit eine Kernforderung der Studie auf, in dem es Gottesdienstformen zu entwickeln hilft, die Konfirmandinnen und Konfirmanden ansprechen.

„Die Besucher unserer normalen Hauptgottesdienste sind überwiegend deutlich über 70 Jahre alt. Deshalb sehen wir die Entwicklung eines jungen Gottesdienstes als unerlässliche Zukunftsaufgabe für unsere Gemeinde,“ erklärt Florian Moitje, der als Pastor in Uelzen einen jungen Gottesdienst für mehrere Kirchengemeinden initiieren möchte und ebenfalls an dem Projekt teilnimmt.

Bis zum September 2012 werden die Mitglieder der Steuerungsgruppe wie der ehemalige Lüneburger Landessuperintendent Hans-Hermann Jantzen, der Pastor und Liedermacher Fritz Baltruweit (Hildesheim) und weitere Experten gezielt mit den einzelnen Teams in Hildesheim und auch vor Ort in den Kirchengemeinden und Einrichtungen arbeiten.

„Wir möchten mit dem Projekt Einblicke in ein Feld von Gottesdiensten bekommen, das eine ganz große Bedeutung hat, aber das wir bisher noch nicht genauer im Blick hatten,“ beschreibt Dr. Jochen Arnold ein Ziel des Projekts. Arnold ist Direktor des Evangelischen Zentrums für Gottesdienst und Kirchenmusik im Hildesheimer Michaeliskloster und Leiter der Steuerungsgruppe.

Reni Kruckemeyer-Zettel, Pastorin in Cuxhaven-Altenwalde, beteiligt sich ebenfalls mit einem Team am Projekt. „Jugendlichen sollen nicht nur theoretisch Teil der Gemeinde sein, sondern sie sich aktiv als Lebens- und Erfahrungsraum aneignen,“ fasst sie ihre Motivation zusammen. Hanna Dallmeier ergänzt: „Junge Gottesdienste sind uns wichtig, weil dadurch Jugendliche und ihre Themen ins Zentrum der Gemeinde gerückt werden. Sie erleben so: Wir sind wichtig – und das, was uns bewegt, hat einen Ort vor Gott.“

Die Koordination des Projektes liegt bei Pastorin Andrea Wauer-Höflich, die als Referentin am Michaeliskloster arbeitet. Im Anschluss an das Projekt ist eine Veröffentlichung der Ergebnisse in Buchform geplant. Auch eine Fortsetzung des Projekts über 2012 hinaus ist laut der Veranstalter durchaus denkbar.

Weitere Informationen zum Projekt „Nähme ich Flügel…unterwegs zu jungen Gottesdiensten“ erhalten Sie bei Pastorin Andrea Wauer-Höflich, Evangelisches Zentrum für Gottesdienst und Kirchenmusik der Ev.-luth. Landeskirche Hannovers, Hinter der Michaeliskirche 3, 31134 Hildesheim, Telefon 05121- 6971-585, Andrea.Wauer-Hoeflich@michaeliskloster.de

Text: Benjamin Simon-Hinkelmann

 

 

 

Das Polizeimusikkorps Niedersachsen gibt für die Stiftung „Familien in Not“ ein Benefizkonzert in St. Andreas

Das Polizeimusikkorps mit seinem Leiter Thomas Boger in St. Andreas

Hildesheim. „Vielleicht denken wir heute einfach mal nicht an die unscharfen Fotos, die man manchmal nach Haus geschickt bekommt“, schlägt Pastor Frank Waterstraat mit einem ironischen Lächeln vor und weist auf die uniformierten Männer und Frauen hin, die den Altarbereich der Andreaskirche besetzt halten. Sie sind dienstlich hier, aber in ganz besonderer, in musikalischer Mission. Der Leiter der evangelischen Polizeiseelsorge in Niedersachsen weiß genau, dass man immer wieder daran erinnern muss: „Unsere Polizei ist eine Organisation, die tatsächlich für die Schwachen eintritt, die denen hilft, die sich nicht allein helfen können. Und die Kollegen werden oft dabei an die Grenzen ihrer Belastbarkeit gebracht, wenn sie etwa Gewalt in Familien erleben oder zu schweren Verkehrsunfällen ausrücken. Gerade in belastenden Situationen muss man daran denken, dass es auch Spuren von Gott gibt in unserem Leben. Eine dieser Spuren ist gewiss die Musik.“

Der Beweis wird dann auch unverzüglich angetreten. Die Gäste führen Trompeten, Saxophone, Posaunen an ihre Lippen: Der Star des abendlichen Benefiz-Konzertes ist schließlich das Polizeimusikkorps Niedersachsen, das auf seiner adventlichen Tournee seinen Schlusspunkt in St. Andreas setzt und mit einem empfindungsvollen „Vom Himmel hoch, da komm ich her“ für vorweihnachtliche Stimmung sorgt. Ein Umstand, der vielleicht umso deutlicher hervortritt, weil gerade in diesem Moment ein Orkan namens Joachim mit reichlich Regen und Wind durch die Hildesheimer Innenstadt heult und wohl auch manchen Konzertgänger vom Besuch abhält.

Das mit etwa 40 Polizistinnen und Polizisten besetzte Blasorchester, das zudem über reichlich Schlagwerk und Kontrabass verfügt, hält mit einschmeichelnder Feinheit und großer Energie dagegen, beginnt sanft mit „Es ist ein Ros entsprungen“ und leitet unter Thomas Bogers Leitung in mitreißende Renaissance-Tänze über. Die spielerische Souveränität ist ebenso hörbar wie auftrumpfende Leidenschaft, sicher nicht zuletzt deshalb, weil das Konzert einer guten Sache dient. Schon Superintendent Helmut Aßmann weist in seiner Begrüßung darauf hin, dass der vierte Advent der Mutter Maria gewidmet ist – damit der Fürsprecherin der Schwachen und Armen.

Ganz in diesem Sinn versteht sich auch die Stiftung „Familien in Not“ des ev. lutherischen Kirchenkreises Hildesheim-Sarstedt, die es sich zur Aufgabe gemacht hat Kinder aus einkommensschwachen Familien zu unterstützen. „Und zwar in persönlichem Kontakt zu den Betroffenen und unter der Berücksichtigung der ganz individuellen Situation“, wie Astrid Schreiner vom Stiftungsvorstand erklärt. Dies könne die Übernahme von Kosten des täglichen Lebens, von Klassenfahrten, Sport oder Förderunterricht ebenso bedeuten wie Soforthilfe in akuten Notsituationen. Damit dieses Projekt weiterhin zielgenau Hilfe leisten und ausgebaut werden könne seien natürlich weitere Spenden und Stiftungen nötig.

So spielen schon einmal die Gäste aus Hannover ohne Gage auf – und bringen mit voller Kraft die ehrwürdigen Mauern zum Vibrieren. Mit Stücken wie der „Suite from Hymn of the Highlands“ des englischen Komponisten Philip Spark oder einer machtvoll anschwellenden „Russian Christmas“ zeigt das Orchester, über wie viel Kraft und Spielintensität es verfügt, wie es die leisen, besinnlichen Töne mit gewaltigen, mitreißenden Entladungen, mit erhabenen Glockenschlägen und Trommelwirbeln zu verbinden weiß. Am Ende stehen dann alle Zuhörer begeistert in den Reihen und applaudieren. Himmel und Erde sollten sich ein Stück weit näher kommen, so hatte es Superintendent Aßmann schon am Anfang formuliert – in der Unterstützung der Schwachen ebenso wie in der Musik. Das Gefühl jedenfalls ist stark, dass es funktioniert haben könnte.

 

Text und Fotos: Kultur & Kommunikation (André Mumot)

 

 

Sechster Fachtag Inklusion an der Diakonie Himmelsthür zum Abgleich von Erfahrungen und Zielen

Eugenia Meranke bei einer „Feedback-Performance“ des Unternehmenstheaters „Narrenspiegel“.								     Foto: Hüsemann

Eugenia Meranke bei einer „Feedback-Performance“ des Unternehmenstheaters „Narrenspiegel". (Foto: Hüsemann)

Hildesheim-Sorsum. Zum sechsten Mal hat die Diakonie Himmelsthür Fachleute und Interessierte zum Fachtag Inklusion eingeladen. Anfangs sei manches noch graue Theorie gewesen, in den zurückliegenden zweieinhalb Jahren habe man jedoch viele praktische Erfahrungen sammeln können, sagte Direktor Ulrich Stoebe bei seiner Begrüßung. Die erste und wichtigste laute: „Es geht wirklich!“

Inklusion ersetzt als Fachwort den bisher gebräuchlichen Begriff der Integration. Gemeint ist die selbstverständliche Teilhabe aller Menschen am Leben der Gesellschaft – auch derer, die einen hohen Assistenzbedarf haben wie Menschen mit geistigen oder/und körperlichen Behinderungen.

„Nicht alles, was man sich vornimmt, klappt hundertprozentig“, räumte Ulrich Stoebe ein. Das sei auch kein Wunder, weil man einen neuen, kaum erkundeten Weg beschreite. Zudem gebe es „kein Normkonzept Inklusion“, sondern alle Maßnahmen müssten sich am konkreten, einzelnen Menschen orientieren. Trotz dieser Einschränkungen stehe der Weg an sich nicht in Frage, betonte der Diakonie-Direktor vor mehr als 100 Gästen, darunter Astrid Fennen vom niedersächsischen Sozialministerium und Ingrid Mellin vom Landeselternrat.

Judith Hoffmann, seit Miite Oktober die neue Geschäftsführerin der Region Hildesheim in der landesweit aktiven Diakonie Himmelsthür, sagte, sie sei beeindruckt, wie viele neue Ideen in kürzester Zeit angestoßen und auch umgesetzt worden seien. 116 Wohnplätze in der Sorsumer Zentraleinrichtung sind bereits abgebaut und in stadtnahe Angebote umgewandelt worden.

„Wir müssen noch wendiger und flexibler werden, in kleinen Einheiten denken“, lautet Judith Hoffmanns Vorgabe für die Zukunft. Um diesem Ziel näher zu kommen, sollen nicht nur Wohnmöglichkeiten, sondern auch Förderangebote in die Stadt verlegt werden. Im kommenden Jahr wird ein Tagesförderungsbereich an der Marienburger Straße eröffnet werden.

Andreas Enzmann von der Nieder-Ramstädter Diakonie berichtete von ähnlichen Prozessen. In dem hessischen Unternehmen werde die Zentrale aufgelöst und in einen normalen Stadtteil verwandelt, neue barrierefreie Wohnungen entstünden in Zentrumsnähe. Enzmann nahm die früheren Aktivitäten der Eingliederungshilfe kritisch unter die Lupe: „Unsere Großeinrichtungen hospitalisieren und verhindern Integration.“ Deshalb habe sich die Nieder-Ramstädter Diakonie beim Umgang mit ihren alten Heimen für einen kompromisslosen Kurs entschieden: „Wir bauen nicht zurück, wir machen platt.“

Inklusion sei allerdings eine Aufgabe der gesamten Gesellschaft, sagte Dunja Wörthmann von der Alsterdorf-Assistenz Hamburg: „Wir als Behindertenhilfe können keine Inklusion machen, sondern nur die nötigen Strukturen schaffen.“ Sie plädierte dafür, den gesamten Sozialraum in den Blick zu nehmen, wenn Menschen aus großen Heimen in normale Stadtwohnungen umziehen. „Vom Fall ins Feld“, lautete ihre Devise. Das Leben im Stadtteil biete viele Chancen zur Vernetzung und Kooperation. „Gehen Sie kleine Schritte“, riet Dunja Wörthmann, und: „Pressen Sie ihre Klienten nicht in die bekannten, vorgegebenen Strukturen!“

Diesem Anspruch stellte sich der Fachtag auf seine eigene Weise: Erstmals waren nicht nur Fachleute, sondern auch viele Betroffene unter den Gästen. Zwei von ihnen nahmen an der abschließenden Podiumsdiskussion teil, berichteten von ihren Erlebnissen und Plänen nach dem Umzug in die Stadt. Auch das heißt Inklusion: Man redet miteinander – nicht übereinander.

Text: Kultur und Kommunikation (Ralf Neite)

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