Kurberatung des Diakonischen Werks

Kraft tanken für den Mütter-Alltag
Kurberatung des Diakonischen Werkes hilft bei Anträgen für Mutter-Kind-Kuren / Bei Ablehnung nützt oft Widerspruch

Die Kurberaterinnen Hanna Gummert und Rita Rekatzky helfen kostenlos beim Kurantrag und der Auswahl des passenden Kurheimes. Foto: Barth
Die Kurberaterinnen Hanna Gummert und Rita Rekatzky helfen kostenlos beim Kurantrag und der Auswahl des passenden Kurheimes. Foto: Barth

Kreise Hildesheim & Hameln-Pyrmont. Kinder erziehen, eine Familie managen, Haushalt und Beruf wuppen – das alles wird für viele Mütter zu einer Belastung, die auf Dauer auch gesundheitliche Folgen hat. Eine Kur kann helfen, Zeit zum Durchatmen schaffen, Anstöße für Veränderungen und Ideen zur Selbsthilfe vermitteln: Mütter oder auch Väter kehren gestärkt in ihren Alltag zurück. Die Kurberatung des Diakonischen Werkes im evangelischen Kirchenkreis-Verband Hildesheim bietet kostenlos Rat und Unterstützung bei der Antragstellung, aber auch Betreuung nach der Kur.

Oft machen sich die Mütter jahrelang ihre Belastung gar nicht bewusst, weiß die Kirchenkreissozialarbeiterin Gisela Sowa. Sie wollen ihre Kinder optimal fördern, ihnen etwas bieten, gehen dabei vielleicht selbst noch einem Beruf nach. Viele tragen die Verantwortung ohne Partner. Die eigenen Bedürfnisse werden solange hintenangestellt, bis es nicht mehr geht.

Weil Erziehung eine besondere Herausforderung darstellt, haben Eltern mit ärztlichem Attest einen Anspruch auf eine Kur für sich allein oder zusammen mit den Kindern. Doch aus Kostengründen lehnen Krankenkassen die Anträge immer häufiger ab, weiß Gisela Sowa. Die Beratungsstellen des Diakonischen Werkes in Alfeld, Elze und Bockenem haben im vergangenen Jahr 102 Frauen bei der Antragstellung unterstützt. Die Hälfte der Anträge wurde zunächst abgelehnt. Doch mit Hilfe der Beraterinnen legten die Mütter Widerspruch ein, der in den meisten Fällen Erfolg hatte. Wichtig sei es, dass der Hausarzt hinter dem Antrag stehe und ihn detailliert begründe, so Gisela Sowa.

So wird die Beratung für die Antragstellerinnen immer wichtiger und aufwändiger, merken Rita Rekatzky und Hanna Gummert an. Die Beraterinnen führen bis zu zehn Gespräche zur Vor- und Nachbereitung. „Manche Frauen haben das Gefühl, dass ihnen zum ersten Mal jemand zuhört“, sagen sie. Gemeinsam mit den Müttern finden Rekatzky und Gummert heraus, wo die Bedürfnisse liegen, ob sie die Kur besser mit oder ohne Kind antreten sollten, welches Kurhaus passt.

Unter den Kliniken des Müttergenesungswerkes gebe es viele verschiedene Schwerpunkte und Angebote, so die Beraterinnen. Da Rita Rekatzky und Hanna Gummert fast 20-jährige Erfahrung mitbringen, können sie bei der Auswahl beraten. Sie können auch feststellen, ob eine Familie möglicherweise Anspruch auf einen Zuschuss zum Familien-Erholungsurlaub geltend machen kann.

„Probleme lassen sich nicht einfach in drei Wochen lösen“, wissen die Beraterinnen. Kehren die Mütter (im vergangenen Jahr waren es auch drei Väter) nach der Kur nach Hause zurück, sind Verantwortung, Zeitdruck, Geldsorgen auch noch da. Doch die Eltern haben Möglichkeiten im Gepäck, mit diesen Lasten umzugehen. Sie haben vielleicht die richtige Entspannungstechnik oder den geeigneten Sport für sich gefunden. Oder sie haben praktische Tipps bekommen, wie sich schnell und preiswert gesund kochen lässt, wie sie beim Einkaufen die richtigen Lebensmittel für ihre von Allergien geplagte Familie finden. Oder sie finden erstmals den Mut, eine Erziehungs- oder Schuldnerberatung in Anspruch zu nehmen.

Damit die Erholung im Alltag nicht untergeht, helfen die Beratungsstellen auch nach der Kur weiter. Rita Rekatzky erreicht man in Elze telefonisch unter 05068/5568 sowie montags und donnerstags von 9 bis 12 Uhr in der Beratungsstelle Am Kirchplatz 2. In Bockenem ist sie unter Tel. 05067/6243 erreichbar. Hanna Gummert ist in Alfeld unter Tel. 05181/932-12 zu sprechen, die Beratungsstelle Am Mönchehof 2 ist dienstags und donnerstags von 9 bis 12 Uhr geöffnet.

Text und Foto: Kultur & Kommunikation (Wiebke Barth) – http://www.kultundkom.de

21.2.2011

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