➯ Anne Frank heute

Eröffnung der Anne-Frank-Ausstellung in der St. Jakobi-Kirche in Hildesheim am 5.9.2011

„Diese Ausstellung ist zeitgleich in Hildesheim, Buenos Aires und Durham zu sehen“. Thomas Heppener, der Geschäftsführer des Anne-Frank Zentrums Berlin kommt direkt aus Nürnberg, sein ICE hat eine halbe Stunde Verspätung. Superintendent Helmut Aßmann begrüßt ihn herzlich am Ende seiner Ansprache im Gottesdienst zur Ausstellungseröffnung. Heppner hatte dort einen Workshop geleitet zur Frage, wie man Prävention gegen Rechtsextremismus auf dem Land in Bayern leisten kann. Hier in Hildesheim führt er in die Anne-Frank-Ausstellung ein, die am vergangenen Montag in der St. Jakobikirche eröffnet wurde. Er spannt den Bogen von der Geschichte ins heute und aktualisiert immer wieder die Stationen aus dem Leben der Anne Frank in die Gegenwart. Die Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern, Parteiverbot der NPD und das Buch von Sarrazin sind einige der Themen, die er aufnimmt. Mit diesen Impulsen sendet er die zahlreichen Besucher auf den Weg durch die Ausstellung.

Sophie, Patricia, Carolin und Noemi führen Schulklassen durch die Anne-Frank-Aussellung

Diese können sich Informationen von Schülerinnen holen, die letzte Woche in einem Workshop dafür ausgebildet wurden, Schulklassen und Jugendgruppen selbständig durch die Ausstellung zu führen. Über 20 Klassen haben sich bereits angemeldet und werden noch bis zum 29. September von diesem Angebot Gebrauch machen. Drei Mitarbeiter des Anne-Frank Zentrums aus Berlin haben die Schülerinnen ausgebildet. „Wir haben hier viel gelernt, was wir weiter geben können. Viele Inhalte und auch Methoden, wie man mit Gruppen arbeiten kann, das war toll, der Workshop hat viel Spaß gemacht“, sagen Patricia und Carolin, die beiden die zehnte Klasse der Marienschule besuchen. Sie freuen sich schon auf die Klassen, die sie durch die Ausstellung führen werden, einige Plätze sind noch frei und können über den Kirchenkreisjugenddienst Hildesheim gebucht werden (Tel. 05121-167530).
Die Ausstellung ist nach zehn Jahren zum zweiten Mal in Hildesheim. „Dass im Juni 2010 parallel zum europäischen Michaelisfest in Hildesheim ein Neonazi-Aufmarsch stattfinden konnte, das hat uns sehr betroffen gemacht. Da müssen wir was tun!“, sagt Dietrich Waltemate, Kreisjugendwart, der gemeinsam mit Diakonin Katrin Bode die Ausstellung organisiert hat. Es gibt ein anspruchsvolles Begleitprogramm mit vielen Kooperationspartnern. Die AG „Vernetztes Erinnern“ der VHS lädt zu einer Spurensuche Hildesheim im Nationalsozialismus ein, die Friedrich-List-Schule macht einen Aktionstag zum Thema „Jüdisches Leben in Deutschland in Geschichte und Gegenwart“ und beim Lernfest gibt es einen Stationenweg zu Anne-Frank. Im Gottesdienst zur Ausstellungseröffnung haben drei Schülerinnen der hiesigen Anne-Frank Schule aus dem Tagebuch gelesen. Mit ihren Lehrerinnen haben sie diese Aktion gut vorbereitet und eingeübt. Die Besucher danken es ihnen und bleiben noch einige Zeit vor den eindrücklichen Ausstellungsobjekten, die dieses dunkle Kapitel der deutschen Geschichte ein wenig erhellen.

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