Sprengelwochenende der Lektoren und Prädikanten in Bursfelde

Starke Gefühle – klarer Ausdruck: Die Psalmen als Übungsfeld für Lesende

Bursfelde. Zum jährlichen Wochenende kamen 23 Frauen und Männer, die im Verkündigungsdienst ihrer Gemeinden und Kirchenkreise stehen. Zusammensein, Austausch und das Thema weckten positive Erwartungen an gut gefüllte Tage.

Pastor Bernd Vogel

Der Beauftragte Pastor Bernd Vogel und die Sprecherin Marion Jeitner hatten Maria von Bismarck als Referentin gewonnen. Sie sorgte dafür, dass es auch etwas wurde mit den starken Gefühlen und dem klaren Ausdruck. Maria von Bismarck, Schauspielerin, Dramaturgin und Regisseurin, bei „Kirche“ ist sie keine Unbekannte. So manche Pastorin/Pastor ist schon von ihr gecoacht worden; sie begleitet Gruppen von Predigenden und anderen, um die Ausdrucksfähigkeit zu stärken.

„Klarer Ausdruck ist nur möglich, wenn ich aus meiner Mitte heraus agiere“, das betonte sie immer wieder. Egal ob ich wütend schreie, fröhlich rufe oder aufstöhne, die Gefühle müssen glaubhaft aus mir heraus kommen, ich muss dazu stehen, darf das Gefühl auch nicht gleich wieder zurück nehmen. Sonst verpufft die ganze Aktion.“

Hemmungen, sich einzubringen verschwanden schnell, zumal die meisten aus der Gruppe schon mit ihr gearbeitet hatten. Vertrautheit stellte sich ein. Meditative Elemente führten in die eigene Mitte. Innerlich gestärkt und konzentriert, fiel es zunehmend leichter, Gefühle mit dem Körper, mit der Sprache „rüber“ zu bringen.

So vorbereitet erschloss sich die Gruppe in Einzelarbeit, zu zweit oder zu dritt die enorme Bandbreite der Gefühlswelt in den Psalmen. Die Psalmbeter spiegeln sehr bildreich ihre Seelennot, Wut, Freude, Begeisterung und Gottvertrauen. „Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen? (Ps 22) – „Denn er errettet dich vom Strick des Jägers und von der verderblichen Pest.“ (Ps 91) – „Ich danke dir, dass ich wunderbar gemacht bin“ (Ps 139). Aufmerksam und selbst berührt waren beim Auftritt Darstellende wie Zuschauende. Erstaunlich, was sich alle zutrauten! Anregungen von Maria von Bismarck wurden dankbar angenommen.

Fazit: Psalmen haben es nicht verdient, auf ein Wechselgebet in der Eingangsliturgie des Gottesdienstes beschränkt zu werden. Meistens bleibt wenig Gelegenheit, dem Gelesenen, Gesprochenen nachzuspüren. Manchmal würde es reichen, Worte aus dem Psalm, ein, zwei Sätze zu sagen oder „auszudrücken“, einen Liedvers dazu zu singen, die Bildsprache beispielhaft in die Gegenwart zu „übersetzen“. Also, wundern Sie sich nicht, wenn demnächst eine Lektorin oder ein Prädikant Erstaunliches mit dem Wochenpsalm anstellt. Lassen Sie sich beeindrucken!

Lektoren und Prädikanten in Bursfelde

Voller Eindrücke und Ideen nahm die Gruppe am Sonntag Mittag Abschied von Bursfelde. Zu dem rundum guten Gefühl trug auch ein Segnungsritual in der Westkirche bei. Die Gruppe musste auch Abschied nehmen. Pastor Bernd Vogel, seit 10 Jahren Beauftragter für die Lektoren- und Prädikantenarbeit im Altsprengel Göttingen, hat Südniedersachsen verlassen und einen neuen Aufgabenbereich in Lüneburg übernommen.So manches gute Gespräch entwickelte sich über die Tage, voller Erinnerungen und Dankbarkeit für die gemeinsame Zeit und auch mit etwas Wehmut. In einem Abschiedsgottesdienst in Gimte wird noch Gelegenheit bestehen „Auf Wiedersehn“ zu sagen.

Text und Bilder: Gertrud Brandtner, Nörten-Hardenberg

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