„Ein großes Projekt“

Landesbischof Ralf Meister besucht die fusionierte Zwölf-Apostel-Gemeinde in Algermissen

Algermissen. „Ein schöner Einstieg – und ein großes Projekt!“ Dieses Fazit zog der evangelische Landesbischof Ralf Meister bei der ersten Station seines offiziellen Besuchs im Kirchenkreis Hildesheim-Sarstedt. Im Algermissen informierte er sich am Samstag über eine Gemeindefusion, die in dieser Größenordnung in der Landeskirche einzigartig ist: Die Zwölf-Apostel-Gemeinde Sarstedt-Land, ein zum Jahresbeginn gegründeter Zusammenschluss aus sechs, ursprünglich sogar zwölf Kirchengemeinden. Er erstreckt sich über vier politische Gemeinden und zwei Landkreise, 6800 evangelische Christen sind darin versammelt.

Haupt- und ehrenamtliche Vertreter und Vertreterinnen der Zwölf-Apostel-Gemeinde informierten den Landesbischof über den Fusionsprozess.

„Das ist die Gemeinde, in der sich am meisten tut“, sagte Superintendent Helmut Aßmann zur Begrüßung und verwies auf den passenden Wochenspruch: „Das Alte ist vergangen, Neues ist geworden.“ Die Pastoren, eine Diakonin und ehrenamtliche Aktive der Zwölf-Apostel-Gemeinde berichteten vom jahrelangen Vorlauf und der schließlich sehr schnell, innerhalb von einem halben Jahr, realisierten Fusion.

„Warum waren Sie sich so einig?“, wollte der Landesbischof wissen. Die ersten Anläufe, einzelne Gemeinden zu vereinigen, seien vor acht Jahren gescheitert, berichtete Manfred Anolke vom Kirchenkreisvorstand. Man habe sich zu sehr an strukturellen Problemen abgearbeitet und zu wenig die Inhalte im Blick gehabt. , Im zweiten Anlauf ab 2008 gingen die Gemeinden umgekehrt vor und riefen zunächst gemeinsame Aktivitäten ins Leben. „Und dann“, so Matthias Weindel, „war die alte Struktur nicht mehr hilfreich.“

Der nächste Schritt war die Beantwortung der Frage: loser Verbund, engerer Verband und vollständiger Zusammenschluss? „Uns war schnell klar, dass alles außer der Fusion wieder nur Zwischenschritte wären“, so Manfred Anolke. Und Pastor Burghard Kugelann befand: „Dieser schnelle Umschwung: Da war für mich der Heilige Geist am Werk.“

Die große Herausforderung für die Zukunft besteht nun für die Vertreterinnen und Vertreter der Gemeinden darin, die alten Dorfgrenzen aus den Köpfen zu bekommen und dort ein eher regionales Denken zu etablieren. Ein Beispiel dafür sei die Jugendarbeit, sagte Diakonin Iris Feigel: „In jedem Dorf kann man Jugendliche begeistern. Aber sie ins nächste Dorf mitzunehmen: Das wäre der nächste Schritt.“ Äußere Umstände kämen erschwerend hinzu: „Der öffentliche Nahverkehr zieht eine Grenze durch diese Gemeinde.“

„Diese Mobilitätsfrage ist ein großes Rätsel“, entgegnete Ralf Meister. In anderen Gegenden der Landeskirche sei die Bezogenheit auf den eigenen Kirchturm noch stärker zu beobachten. Meister: „Zum OBI oder zu Ikea fahren wir sonst wohin. Aber zur Kirche im Nachbardorf ist es zu weit.“

Zu den Vorteilen der Fusion gehöre der neue Name, sagte der Landesbischof zum Abschied: „Die alten Namen sind zum Teil ja wirklich Zungenbrecher. ‚Zwölf Apostel’, das kann ich mir merken.“

Text und Foto: Kultur & Kommunikation (Ralf Neite)

 

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