Ein Schlaraffenland für Entdecker

„Nordstadt.Mehr.Wert“ macht bei der zweiten NordstadtBlüte Lust sich im Viertel zu engagieren

Hildesheim. Kinder, Eltern und viele andere Interessierte freuen sich, denn sie erstrahlt in voller Pracht: Die „NordstadtBlüte“ ist ein Gewächs, das seit letztem Jahr zu bestaunen ist. Genau für drei Tage und ausschließlich im Friedrich-Nämsch-Park in der Hildesheimer Nordstadt. Es erblüht ein Basar für Bildung, Beteiligung und Begegnung, bei dem es nicht zuletzt für Kinder viel zu entdecken gibt.

Hier kann man Riesenseifenblasen herstellen, dort mit einem Magnet Fische fangen, ein paar Meter weiter auf einem Spanngurt balanciert werden. An einem Zaun können eigene Gedichte und Bilder veröffentlicht werden. Überall liegen Stifte, Papier und Bälle – ein kleines Schlaraffenland tut sich dort auf, wo sowieso bei gutem Wetter das Leben tobt.

Frank Auracher (links) von „Nordstadt.Mehr.Wert“ sucht gemeinsam mit den Bewohnerinnen und Bewohnern nach Verbesserungsmöglichkeiten in der Nordstadt.

Bei all der Bewegung kommt man gar nicht darauf, welche Absicht hinter den vielen unterschiedlichen Ständen im Friedrich-Nämsch-Park steckt. „Wir möchten die Menschen hier ermutigen, für ihre Interessen einzutreten“, fasst es Frank Auracher, Leiter des Stadtteilprojekts „Nordstadt.Mehr.Wert“ zusammen. „Sicherlich ist die Nordstadt schon sehr gut vernetzt – es ist ein unglaublich lebendiger Stadtteil mit viel Potenzial. Dennoch gibt es noch keinen runden Tisch und auch keine Arbeitskreise zu bestimmten Themen, die hier durchaus wichtig sind“, erklärt Auracher. Zum Beispiel gebe es bei den öffentlichen Kinderspielgelegenheiten noch Verbesserungsbedarf. Wo noch, das findet Auracher mit einem ganzen Team von Ehrenamtlichen am Stand direkt selbst heraus.

Da ist ein Lageplan der Nordstadt zu sehen. Hier können die Besucher Nordstadt-Gebäude aus Papier aufbauen und ein kleines Fähnchen dazu stecken. Auf jedem steht eine Nummer. Zu dieser passt eine Notiz: „Was ist Dir an diesem Ort wirklich wichtig und warum? Wer kann dabei helfen?“ Und vor allem: „Was bist Du bereit, selbst dazu beizutragen?“ Ganz nebenbei kommen die Menschen automatisch ins Gespräch – sogar ausgiebig und etliche hinterlassen ihre Telefonnummer für weitere Treffen, echter Mehr-Wert entsteht.

„Am meisten erstaunt mich, wie lang die Menschen hier verweilen. Sogar wenn es geregnet hat, konnten wir uns nicht über mangelnden Zulauf beschweren. Das liegt natürlich auch am Angebot – und das ist jeden Tag anders“, resümiert Sören Marx von der Kulturfabrik Löseke, Koordinator der NordstadtBlüte im Auftrag von Nordstadt.Mehr.Wert, dem auf drei Jahre angelegten Stadtteilprojekt der Lebenshilfe.

Aber auch die Erwachsenen schauen über ihren Tellerrand. Während sich Elternbegleiterin Hülya Erdöl einfach freut, das „hier endlich mal etwas Schönes passiert“, hat sich Irma Mamone eine Ausgabe des Korans gekauft. „Also, ich habe ganz viele türkische Freunde hier. Aber wie soll ich denn mit ihnen anständig über meinen christlichen Glauben reden, wenn ich ihren gar nicht kenne“, erklärt die 85-Jährige. Offensichtlich hält die „NordstadtBlüte“, was sie verspricht. Es finden Begegnungen statt, die Menschen lernen Neues kennen und etliche erklären sich bereit, mit zu machen beim Stadtteilprojekt Nordstadt.Mehr.Wert, bei der Nachbarschaftshilfe Zeitreich, oder in anderen Initiativen – sogar noch nach der Blütezeit.

Info-Abspann:

Nordstadt.Mehr.Wert wird finanziert durch das Land Niedersachsen, Aktion Mensch, die Johannishofstiftung und die Stadt Hildesheim. Frank Auracher ist als Projektleiter erreichbar im Stadtteilbüro im Familienzentrum MaLuKi, Martin-Luther-Str. 26, telefonisch unter 935 84 42 oder über die Projekthomepage http://www.nordstadt-mehr-wert.de.

Text und Foto: Kultur & Kommunikation (Andreas Kreichelt)

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