Meditativer Werkzeugkasten

Helmut Aßmann schreibt ein Buch über Leben, Glauben und das „spirituelle Dreieck“

Hildesheim/Hannover. Ursprünglich wollte Helmut Aßmann Geologe werden, nicht evangelischer Pastor. Also studierte er Mathe und Physik, aus dieser Zeit ist ihm eine beruhigende Gewissheit geblieben: „Die Naturgesetze stimmen, die Welt funktioniert wirklich so.“ Aber da gibt es noch einen anderen Aspekt im Leben, die spirituelle Seite, und die lässt sich nicht so einfach in Formeln ausdrücken. Helmut Aßmann hat es dennoch gewagt. In seinem neuen Buch „Glauben leben, Leben lernen – Eine Anleitung zum geistlichen Leben“, veröffentlicht im Lutherischen Verlagshaus (LVH). In der gut besuchten Hildesheimer Jakobi-Kirche wurde es erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt.

Autor Helmut Aßmann (links) stellte im Gespräch mit Tobias Glawion, Chefredakteur des Evangelischen Kirchenfunks, sein neues Buch „Glauben leben, Leben lernen – Eine Anleitung zum geistlichen Leben“ vor. Fotos: Neite

„Sollen wir sie lieben, diese Welt, sollen wir sie lieben? Ich möchte sagen, wir wollen es üben“, zitierte LVH-Geschäftsführer Christof Vetter zur Begrüßung ein Gedicht von Hanns Dieter Hüsch. Für den Glauben gelte das gleichermaßen: „Auch den muss man üben.“ Genau davon handele Helmut Aßmanns Buch, und zwar in einer Weise, die einen neuen Zugang zu dem Thema biete – lesenswert auch angesichts der großen Konkurrenz anderer Veröffentlichungen zu diesem Thema.

„Muss man Physik studiert haben oder versteht das jeder?“, wollte Tobias Glawion, Chefredakteur des Evangelischen Kirchenfunks, zunächst von Helmut Aßmann wissen. „Es hat keinen Comic-Stil“, entgegnete der Superintendent des Kirchenkreises Hildesheim-Sarstedt, sei aber auch ohne Abitur gut zu lesen. Von seinem Faible für die Naturwissenschaften habe er allerdings neben der bewusst nüchtern gehaltenen Sprache eine wichtige Lehre mitgenommen, die auch das Buch präge; eine Selbstermahnung gewissermaßen: „Schau Dir die Fakten an, bevor Du Dich in großen Visionen verlierst!“

„Es ist kein missionarisches Buch, über das man zum Glauben kommen soll“, betonte Helmut Aßmann. Vielmehr sei es ihm im ersten Teil darum gegangen, den Zusammenhang von religiöser Erfahrung, theologischer Lehre und gelebter Gemeinschaft aufzuzeigen. Er habe in dieser Grundthese eines „spirituelle Dreiecks“ bewusst den Begriff religiös gewählt, „weil es sich nicht allein um eine christliche Einlassung handelt, sondern allererst um eine menschliche.“ Sein Ziel sei es, Menschen zu helfen, die ohnehin auf der Suche seien, wie sie ihre Spiritualität weiterentwickeln können.

Nach der Buchpräsentation in der Hildesheimer Jakobi-Kirche nutzten viele BesucherInnen die Gelegenheit, sich ihr persönliches Exemplar von Helmut Aßmann (links) signieren zu lassen. In der Mitte Christof Vetter, Geschäftsführer des Lutherischen Verlagshauses.

„Viele praktische Tipps, um besser auf Gott hören zu können“, seien dabei herausgekommen, befand Tobias Glawion. Tatsächlich sei der zweite Abschnitt ein „meditativer Werkzeugkasten für den Glauben“, stimmte der Autor zu. Dort erfahre man beispielsweise, wie ein langweiliger Gottesdienst gut zu überstehen sei. Oder es gebe Hilfen wie das „methodische Atmen“. Aßmann probierte es mit den BesucherInnen gleich aus und versprach neue spirituelle Erfahrungen, wenn man sich regelmäßig fünf Minuten Zeit nehme.

Da geht der Hildesheimer Theologe über den guten Vorsatz des Dichters Hüsch sogar noch hinaus: „Alles, was wesentlich ist im Leben, muss man wirklich üben.“ Ganz wichtig dabei, so Aßmann: Man darf den Humor nicht vergessen. Ob auch über Gott gelacht werden darf, wollte er leider dem Publikum in der Jakobi-Kirche nicht verraten: „Dafür müssen Sie das Buch lesen.“ Ralf Neite

Helmut Aßmann: Glauben leben, Leben lernen – Eine Anleitung zum geistlichen Leben. 256 Seiten, gebunden, 22,90 Euro. Lutherisches Verlagshaus, Hannover. ISBN 978-3-7859-1070-2.

Text und Fotos: Kultur & Kommunikation

 

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