Gottesklang-Fest: Händel trifft auf Jazz und Funk

Uraufführung von Lothar Krists „Sound of Messiah“ beim Abschlusskonzert des Gottesklang-Festes am 9. Juni in Hildesheim

Hildesheim. Was passiert, wenn barocke Kirchenmusik in die kreativen Hände eines Bigband-Leaders gerät? Jazz kommt ins Spiel, verbindet sich mit Pop zu einem funky Groove – und dann? Dann beginnt Händels Hallelujah-Motiv zu tanzen! Live zu erleben ist das bei „Sound of Messiah“, dem Abschlusskonzert des Gottesklang-Festes am 9. Juni in Hildesheim.

Die Hannover Bigband spielt Lothar Krists neue Komposition „Sound of Messiah“ beim Gottesklang-Fest in Hildesheim.

Lothar Krist, erfolgreicher Arrangeur und Komponist, Gründer und Leiter der Hannover Bigband, hat sich on Händel „Messias“ inspirieren lassen. Anderthalb Jahre hat die Arbeit am „Sound of Messiah“ gedauert. Respektvoll zitiert Krist ganze Passagen und bettet sie in die afro-amerikanische Musiktradition ein; Spiritual, Ragtime, Gospel und der swingende Sound der Jazz- und Marching Bands aus New Orleans. Pop und Funk treten als zeitgenössische Elemente hinzu, auch orientalische Einflüsse sind hörbar.

Lothar Krist verweist auf Martin Luther, der den Teufel für den Vater aller Traurigkeit hielt und die Fröhlichkeit der Musik für eines der besten Mittel, ihn zu vertreiben. Diese Leichtigkeit fand er bei Händel so perfekt ausformuliert, dass es für ihn nicht in Frage kam, die Musik einfach zu verjazzen. Statt dessen entschied er sich dafür, Händel nicht anzutasten und ihn mit selbst geschriebener Musik zu umgeben. Die einzige Ausnahme ist das Hallelujah-Motiv, das er in seiner Komposition immer wieder aufgreift. Krist: „In dieser kurzen Tonfolge – Popmusiker würden von einer genialen Hookline sprechen – liegt alle Freude, mit der Menschen in aller Welt Gott loben können.“

Lothar Krist, Gründer und Leiter der Hannover Bigband, hat sich von Händel „Messias“ inspirieren lassen.

Damit möglichst viele daran teilhaben können, hat Lothar Krist den ersten und den letzten Satz seines Werkes als Mitmach-Musik angelegt – wissend, dass beim ersten Kirchenmusikfest der Landeskirche mehr als 1000 Bläser, Sänger/innen und andere Musiker/innen mitwirken werden. „Im ersten Satz lade ich beim Kirchenmusikfest beteiligte Posaunenchorbläser und Perkussionisten ein, mit mir und meiner Hannover Bigband zusammen zu spielen“, kündigt Krist an. „Und ich träume davon, dass wir am Schluss mit allen Besuchern und Teilnehmern des Festes singen, aus voller Kehle im Rhythmus der New Orleans Brass Bands.“

Ohnehin verspricht der sechsteilige „Sound of Messiah“ großen Klang: 200 Mitwirkende – ein Projektchor aus verschiedenen Kantoreien, Bläserensemble und die Hannover Bigband – musizieren unter der Leitung von Landeskirchenmusikdirektor Hans-Joachim Rolf. Das Konzert um 20 Uhr in der Sparkassen-Arena wird das musikalische Schlussfeuerwerk für das erste zentrale Kirchenmusikfest der Ev.-luth. Landeskirche Hannovers. Und es fasst noch einmal den Grundgedanken des Gottesklang-Festes zusammen: Kirchenmusik an ungewohnten Orten, in ungewohnten Kombinationen, im Dialog von alt und neu zu präsentieren.

Das Festivalprogramm mit zahlreichen Konzerten, Workshops, Gottesdiensten, Vorträgen und Performances beginnt um 10 Uhr in der Hildesheimer Innenstadt. Nähere Informationen finden sich auf der Homepage http://www.gottesklangfest.de. Eintrittskarten für „Sound of Messiah“ sind über http://www.reservix.de erhältlich (27 / 18 / 11 Euro), alle anderen Veranstaltungen sind kostenlos.

Text: Kultur & Kommunikation (Ralf Neite)

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s