Wenn die Stunde schlägt

… ertönt in Elze wieder ein Wohlklang – zwei neue Glocken für die Peter- und Paul-Kirche

Elze. „Es ist gut, wenn wir wissen, was die Stunde geschlagen hat“, sagte Pastorin Marita Meixner-Andersohn. Damit sprach sie den Menschen in Elze ganz offensichtlich aus dem Herzen. Die haben reichlich gespendet, damit die Peter- und Paul-Kirche zwei neue Stundenglocken bekommen konnte. Jetzt sind sie angekommen, am Montagabend wurden sie mit einer feierlichen Andacht dem Dienst Gottes geweiht.

Wann darf man schon mal selber eine Kirchenglocke zum Klingen bringen? Nicht nur die Jüngsten nutzten die Gelegenheit – und zugleich wurde die Stimmreinheit mit der Trompete überprüft.

„Die alten Glocken klangen nicht, die schepperten nur“, sagte Superintendent Christian Castel. Und der muss es wissen, denn er wohnt ja gleich nebenan. Auch Pastorin Meixner-Andersohn fühlte sich bei dem Geläut eher an Blecheimer erinnert. Ein Sachverständiger wurde gerufen, doch der beschied, dass die Glocken zu sehr korrodiert und nicht mehr zu retten seien. So entschied der Peter- und Paul-Kirchenvorstand vor zwei Jahren, mit dem jährlichen Kirchgeldbrief um Spenden für ein neues Glockenpaar zu bitten.

Die Elzerinnen und Elzer kamen der Bitte gerne und reichlich nach. Eine Großspende über 7500 Euro brachte gleich die Hälfte der benötigten Summe ein, viele kleinere Beiträge von drei bis 500 Euro den Rest. Die Firma Beck aus Kölleda in Thüringen – eigentlich als Pfefferminzstadt bekannt – übernahm die Aufgabe, die Glocken zu gießen.

Die größere, in Dis gestimmte Glocke wiegt 240 Kilo und trägt das Wappen Martin Luthers, die so genannte Lutherrose; die kleinere, in Fis gestimmt und halb so schwer, ist mit dem Elzer Stadtwappen verziert. In Handarbeit wurden sie am Montag vom Transporter gehoben. „Da mussten alle mit anfassen, auch der Superintendent und ein Kirchvorsteher“, erzählt Marita Meixner-Andersohn.

Die abendliche Andacht, die vom Posaunenchor mit gestaltet wurde, war gut besucht. Trotz des sehr kurzfristig angesetzten Termins versammelten sich an die hundert Menschen in der Kirche. Fast jeder habe heute eine Armband-Uhr oder ein Handy bei sich, da sei man eigentlich nicht mehr auf das Schlagen der Glocken angewiesen, räumte die Pastorin ein. Aber die Glocken hätten noch eine andere, tiefere Bedeutung: „Sie sollen uns daran erinnern, dass alles seine Zeit hat – und in wessen Händen unsere Zeit aufgehoben ist.“

Pastorin Marita Meixner-Andersohn und Superintendent Christian Castel freuen sich über die beiden neuen Stundenglocken der Peter- und Paul-Kirche in Elze.

Nach der offiziellen Weihe schlugen Marita Meixner-Andersohn und Christian Castel die beiden vorm Altarraum aufgestellten Glocken erstmals an und ernteten dafür den Applaus der Gemeinde. Im Anschluss an die Andacht blieben viele noch da, um auf das Ereignis anzustoßen – vor allem aber, um die seltene Gelegenheit zu nutzen, selber eine Kirchenglocke anzuschlagen. Besonders die Dis-Glocke mit ihrem langen Nachklang hatte es den Elzer/innen angetan. Das einhellige Urteil: „Sie klingen gut!“

Text und Foto: Kultur & Kommunikation (Ralf Neite) 

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