Ökumenisches Bauen

Kirchenkreis Hildesheimer Land-Alfeld wird neuer Gesellschafter in der Bernward GmbH

Hildesheim. Die Bernward GmbH ist ab sofort ökumenisch. Der evangelische Kirchenkreis Hildesheimer Land-Alfeld ist als dritter Gesellschafter in die bislang katholische Baugesellschaft eingestiegen. Zu jeweils einem Drittel gehören die Anteile nun dem Bistum Hildesheim, dem Diözesancaritasverband des Bistums und dem Kirchenkreis Hildesheimer Land-Alfeld.

Helmut Müller, Finanzdirektor des Bistums, Kirchenamtsleiter Klaus Kastmann, Bernward-GmbH-Geschäftsführer Thomas Naumann, Superintendent Christian Castel, Caritas-Verwaltungsdirektor Matthias Langer, Diözesan-Baumeister Norbert Kasseler und Caritasdirektor Dr. Hans-Jürgen Marcus (von links) nach der Unterzeichnung des neuen Gesellschaftervertrags.

„Wir sind die Neuen“, scherzte Superintendent Christian Castel nach der Vertragsunterzeichnung beim Notar. In Wahrheit ist der Kirchenkreis bereits praktisch von Anfang an regelmäßiger Kunde der 2008 gegründeten Bernward GmbH. Unter anderem wurden das Kolumbarium in Hoheneggelsen, das Kirchenamt an der Gropiusstraße und die Tagespflege in Henneckenrode gemeinsam ausgebaut.

„Die katholische Kirche und wir stehen vor ähnlichen baulichen Fragen“, erklärt Kirchenamtsleiter Klaus Kastmann. Aufgrund der demografischen Entwicklung sinkt die Zahl der Kirchenmitglied, der mit hohen Unterhaltungskosten verbundene Gebäudebestand muss an den Bedarf angepasst und reduziert werden. Da von solchen Entscheidungen immer Menschen direkt betroffen seien, müsse man das Thema sehr sensibel und kompetent angehen, so Kastmann, und die Bernward GmbH sei wegen ihrer umfangreichen Erfahrungen der ideale Partner hierfür. Der Kirchenkreis besitze 430 Gebäude, „von Kirchen und Kindergärten bis zum Carport“.

Die katholische Kirche habe früher als die evangelische den Bestand ihrer Immobilien systematisch gesichtet und Konzepte für den Wandel erstellt, sagte Christian Castel. „Die katholische Seite ist viel strategischer und zentraler daran gegangen.“ Davon könne nun der Kirchenkreis profitieren. Andererseits habe der Kirchenkreis Erfahrungen, wenn es darum geht, bei Bauvorhaben die Vorstellungen der Kirchengemeinden mit einzubeziehen. Castel: „Ich glaube, dass es ein sehr fruchtbares Zusammengehen werden kann und freue mich darauf.“

Thomas Naumann, Geschäftsführer der Bernward GmbH, wertete den Einstieg des Kirchenkreises in die Gesellschafterrunde als „Riesenschritt in der Ökumene. Denn es gehe ja nicht nur um Steine. Wer Bauvorhaben diskutiere, müsse einiges von seinen übergeordneten Plänen preisgeben.

„Für unsere Gesellschaft bedeutet das natürlich auch ein Wachstum“, sagte Thomas Naumann und fügte hinzu. „Die neue Gesellschafterstruktur spiegelt nun wider, dass die Bedeutung der evangelischen Kirche für unsere GmbH ständig gestiegen ist.“ Im vergangenen Jahr haben Auftraggeber aus dem evangelischen Bereich mehr als ein Viertel des Gesamtumsatzes beigesteuert. Mit ihren elf Beschäftigten, darunter zehn Architekten und Bauingenieure, will sich die Bernward GmbH unter ökumenischer Führung noch stärker im katholischen und evangelischen Bereich etablieren und auch im nicht-kirchlichen Bereich Fuß fassen.

Text und Foto: Kultur & Kommunikation

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