Neue Impulse für die Gemeinden

Pastor Michael Held soll Mission in die Region bringen / Modellhaftes Projekt in der Landeskirche

Elze/Landkreise Hildesheim & Hameln-Pyrmont. „Missionarisch qualifizierte Regionalentwicklung – was ist das denn bloß?“ Diese Frage sei ihm in den letzten Wochen oft gestellt worden, sagt Michael Held. Er ist derjenige, der es wissen müsste; am Donnerstag ist der Pastor in der Elzer Peter- und Paul-Kirche offiziell in sein Amt für die gleichnamige Projektstelle im evangelischen Kirchenkreisverband Hildesheim eingeführt worden. Und doch gibt es zur Zeit noch keine klaren, keine hundertprozentigen Antworten. Die sollen in den nächsten vier Jahren gefunden werden.

Pastor Michael Held (2.v.l.) hat die Federführung beim neuen Projekt Mission in der Region. Pastor Volker Dobers vom Lektorendienst des Michaelisklosters war der erste Gratulant. Links Superintendent Helmut Aßmann, rechts Superintendent Christian Castel.

Michael Helds Stelle wird aus Mitteln der Landeskirche bezahlt, sie ist ein Novum und kann modellhaft sein für Christen in ganz Norddeutschland. Mission in der Homezone des evangelischen Bekenntnisses – warum muss das sein? Der Elzer Superintendent Christian Castel nahm Bezug auf eine Erkenntnis der gerade beendeten Synode der Evangelischen Kirche Deutschlands: „Das Wort Gott hat für viele Menschen in unserem Land keine Bedeutung mehr. Viele verstehen nicht mehr, wovon wir sprechen, wenn wir über unseren Glauben reden.“

Ein zweiter Punkt kommt hinzu, und das sind die großen strukturellen Veränderungen in der Kirche. Vor allem in ländlichen Gebieten wohnen immer weniger Menschen, die Geburtenzahlen sind stark rückläufig. Damit schrumpfen auch die Kirchengemeinden. Sie müssen sich mit Nachbargemeinden zusammenschließen, um lebensfähig zu bleiben. Gemeindeverbände und -regionen sollen nach dem Willen der Landeskirche an Stelle der traditionellen Einzelgemeinden treten.

Bei diesem Prozess will Michael Held helfen. Er wird die Gemeinden beraten, Fusionsprozesse begleiten und nachbarschaftliche Verbindungen stärken – und zwar in erster Linie nicht, indem er organisatorische Ratschläge gibt. Sondern er will gemeinsam mit den Gemeinden überliegen, wie der Wandel für den persönlichen Glauben fruchtbar werden kann.

Er wolle „die Menschenfreundlichkeit Gottes nahe bringen“, erklärte Michael Held. Dazu sei es wichtig, sich zunächst auf die verschiedenen Lebenssituationen der Menschen einzulassen und ihnen gut zuzuhören. „Uns Pastoren wird ja oft vorgeworfen, dass wir auf Fragen antworten, die niemand gestellt hat“, sagte er schmunzelnd. Das wolle er in jedem Fall anders handhaben. Den kommenden vier Jahren geht er optimistisch entgegen: „Gott hat die Regie in dieser Geschichte.“

Christian Castel, Superintendent Helmut Aßmann aus Hildesheim und Pastor Volker Dobers vom Michaeliskloster Hildesheim segneten Michael Held für sein neues Amt. Zuletzt war der 51-Jährige gut zehn Jahre lang als Gemeindepastor in Rehburg bei Loccum tätig, seit einem Jahr ist er zudem mit einer halben Stelle im Lektorendienst des Michaelisklosters aktiv. Diese Stelle wird der gebürtige Heeßener, der nun mit seiner Frau und seinen drei Kindern nach Nordstemmen gezogen ist, auch in Zukunft weiterführen. Mission und Lektorenarbeit sind zu je 50 Prozent in seinem Vertrag mit der Landeskirche verankert.

Das Interesse der Gemeinden an dem Projekt ist groß. Die Bewerbungsfrist ist gerade abgelaufen, die Regionen Sarstedt, Hildesheim-Ost, Hildesheim-Süd, Nordstemmen, Elze, Freden und Sehlem werden sich beteiligen.

Text und Foto: Kultur & Kommunikation (Ralf Neite)

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