Neuer Blick auf Gottesdienste

Landeskirche Hannovers entwickelt im Zukunftsprojekt „Nähme ich Flügel…“ neue Gottesdienstmodelle für Jugendliche / Vernetzung geplant

Hildesheim. Seit Februar 2012 haben 19 Kirchengemeinden und kirchliche Einrichtungen aus der ganzen Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers am Projekt „Nähme ich Flügel…“ des Zentrums für Gottesdienst und Kirchenmusik im Hildesheimer Michaeliskloster teilgenommen. Ziel war es, neue Formen von Konfirmanden-, Jugend- und Schulgottesdiensten zu erarbeiten. An drei Workshopwochenenden entwickelten Teams aus Jugendlichen und Erwachsenen bereits bestehende Gottesdienstformate weiter oder entwarfen neue Modelle. Die Themen reichten bei den Workshops von der musikalischen Gottesdienstgestaltung, Liturgie, Moderation, Theater und Technik über die Öffentlichkeitsarbeit bis hin zu Milieustudien und theologischen Fragestellungen. Unterstützt wurden die Projektteilnehmer dabei von Expertinnen und Experten wie dem ehemaligen Lüneburger Landessuperintendenten Hans-Hermann Jantzen oder dem Pastor und Liedermacher Fritz Baltruweit.

„Wir wollten junge Gottesdienste sehen, erleben, auswerten und begleiten! Und wir wollten Menschen aus Schule, Gemeinde und Jugendarbeit zusammenbringen. Das ist gelungen, wir haben uns mit den Akteuren – Hauptamtlichen und Ehrenamtlichen, besonders mit Jugendlichen selbst – auf den Weg gemacht, dem Geheimnis der Begegnung mit Gott nachzuspüren und gemeinsam viel gelernt, “ sagt Dr. Jochen Arnold, Direktor des Zentrums für Gottesdienst und Kirchenmusik.

Eine Umfrage, die unter den Projektteilnehmern durchgeführt wurde, zeigte, dass die Konzeption von jungen Gottesdienstformen eine grundlegende Herausforderung für Kirchengemeinden und Einrichtungen ist. Entscheidend sei, Menschen schon im Jugendalter durch ihnen entsprechende Gottesdienstformen für Kirche und Glauben zu begeistern und dabei auch ungewöhnliche Gestaltungsmittel einzusetzen.

„Es war spannend, wie offen zwischen den Teilnehmern und Experten auch Probleme in der Gottesdienstgestaltung angesprochen wurden, die sonst oft nicht zur Sprache kommen. Gemeinsam wurden dann kreative Lösungsansätze entwickelt. Es hat mich beeindruckt zu sehen, was entsteht, wenn man Jugendliche einfach mal machen lässt,“ blickt Pastor Fritz Baltruweit zurück, der Mitglied der Steuerungsgruppe des Projektes ist.

Nach den Rückmeldungen der Teilnehmerinnen und Teilnehmer gelang es zeitnah, einen großen Teil der Impulse aus den Workshops direkt in der Praxis umzusetzen. Dazu arbeiteten Expertinnen und Experten auch direkt vor Ort mit den Teams, um Gottesdienstformate zu ermöglichen, die speziell auf die jeweiligen Anforderungen in den Kirchengemeinden und Einrichtungen ausgerichtet waren.

Neben der inhaltlichen Arbeit ist die Vernetzung ein wesentliches Ergebnis des Projekts. „Wir werden die Vernetzung der Projektteilnehmerinnen und -teilnehmer und all jener ausbauen, die im Bereich von Gottesdiensten für junge Menschen aktiv sind. Zudem arbeiten wir gemeinsam mit dem Landesjugendpfarramt und dem Religionspädagogischen Institut in Loccum verstärkt daran, Hauptamtliche und Ehrenamtliche für solche jungen Gottesdienstformen zu qualifizieren,“ beschreibt Pastorin Andrea Wauer-Höflich die weiteren Planungen im Anschluss an das Projekt.

Text: Pressemitteilung des Zentrums für Gottesdienst und Kirchenmusik im Michaeliskloster Hildesheim

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2 Gedanken zu “Neuer Blick auf Gottesdienste

  1. In der Landeskirche wird sehr viel in „Junge Kirche“ gemacht. Das Michaelis-Kloster Hildesheim bemüht sich auch um Aufnahme popularmusikalischer Impulse und neue Liturgieformen.
    Ansonsten bleibt es ein bisschen der lebendigkeit der gemeinden und PastorInnen überlassen, wieviel Neues sie in ihren Kirchen wünschen
    Herzl. Grüße, Karlo Scholz

  2. Sabine Gritzmann schreibt:

    Schon seit einiger Zeit denken wir über neuere Gottesdienstformen in unserer Gemeinde nach, deshalb haben ich mich sehr über dieses Projekt gefreut. Wir suchen eine Form nicht nur für Jugendliche, sondern für alle (Richtung „Junge Kirche“). Es gibt viele gute Beispiele in den Freikirchen oder z.B. der Dreisamkirche in Freiburg. Fehlt uns der missionarische Eifer oder sind es unsere begrenzten Ideen und Möglichkeiten? Es sollten Formen entstehen, die nicht mehr Aufwand bedeuten als ein „normaler“ Gottesdienst. Ich würde mir mehr Hilfe für neue Wege von Profis aus der Landeskirche erhoffen.
    Sabine Gritzmann (ST.Petri-Göttingen-Grone)

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