Hannoversche Landeskirche will Klimaschutz vorantreiben

Hannover (epd). Mit einem „Klimaschutzkonzept“ will die hannoversche Landeskirche bis 2050 den Ausstoß der Treibhausgase in ihrem Bereich um die Hälfte reduzieren. Bis 2015 könnten zwischen fünf und acht Prozent weniger Emissionen bei den Gebäuden innerhalb der größten evangelischen Landeskirche in Deutschland erreicht werden, sagte der Umweltreferent im Landeskirchenamt, Reinhard Benhöfer, am Mittwoch in Hannover. Dazu habe eine Agentur gefördert von Bundesmitteln ein Konzept mit mehr als 50 Vorschlägen aus den Gemeinden zusammengestellt.

Die rund 8.000 Gebäude der Landeskirche verursachen Benhöfer zufolge rund 78.600 Tonnen Treibhausgase pro Jahr. Die Energiekosten lägen hochgerechnet bei etwa 22 Millionen Euro. Der Energieverbrauch entspreche etwa dem einer Kleinstadt mit rund 15.000 Einwohnern. Deshalb müsse in die energiesparende Sanierung der Gebäude investiert werden, sagte Benhöfer.

Eine besondere Herausforderung seien die rund 1.600 oftmals denkmalsgeschützten Kirchen und Kapellen, sagte der Leiter der Bauabteilung der Landeskirche, Adalbert Schmidt. „Wir haben veraltete Heizsysteme und müssen auch prüfen, ob es sich lohnt, alle Kirchen noch zu heizen.“

Benhöfer erläuterte, seit 2008 habe die Landeskirche bereits insgesamt 17 Millionen Euro vergeben, um für die Kirchengemeinden Anreize zum Energiesparen zu schaffen. Weitere zehn Millionen folgten in den kommenden zwei Jahren. Für das neue Konzept will die Kirche eine Stabstelle einrichten und zusätzlich zwei Klimaschutzbeauftragte einstellen. Dazu will sie Zuschüsse aus einem Programm des Bundes beantragen.

Zu den Vorschlägen, die gemeinsam mit haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeitern entwickelt wurden, zählten auch die zentrale Beschaffung von Fahrrädern oder Erdgas-Autos für Mitarbeiter. Rund 50 Kirchengemeinden sind nach Angaben Benhöfers bisher mit dem kirchlichen Label „Grüner Hahn“ nach der europäischen Umweltnorm zertifiziert. Sie erreichten oft mit einfachen Mitteln wie zeitgesteuerten Thermostaten große Einsparungen. „Wir können davon ausgehen, dass in einer normalen Kirchengemeinde bis zu 30 Prozent Energie verschwendet wird.“

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