Drei Superintendenten auf dem Buckel

Nach 30 Jahren geht die Kirchenkreis-Chefsekretärin Ingrid Marahrens in den Ruhestand

Elze. „Gerade am Anfang war es eine große Hilfe für mich, dass Frau Marahrens so viel wusste – oft im Gegensatz zu mir“, erinnert sich Christian Castel an den Beginn von fast acht gemeinsamen Dienstjahren. Kein Wunder, dass Ingrid Marahrens bestens im Thema war: Immerhin hatte sie schon zwei Elzer Superintendenten „auf dem Buckel“. Aller guten Dinge sind drei, und jetzt, nach 30 Jahren als „Ephorelle“, wie die Sekretärinnen der SuperintendentInnen im Kirchenjargon genannt werden, geht sie in den Ruhestand.

„Die Arbeit hat sich gänzlich verändert“, erzählt Ingrid Marahrens rückblickend, „Anfangs habe ich noch sehr viele Briefe geschrieben“, während heute Christian Castel viele seiner Mails selbst tippt. „Und wenn der Chef nicht da war, auch Geburtstagsbesuche gemacht“, ergänzt die 65-Jährige. Der „Chef“ war damals, in den 80er Jahren, Friedrich Diekmann und der Kirchenkreis, den er betreute, hieß noch schlicht Elze-Coppenbrügge.

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Für einen Moment gibt es ein Trio in der Elzer Superintendentur, dann geht Ingrid Marahrens in den Ruhestand. Von links: Claudia Coordes, Ingrid Marahrens und Christian Castel.

Das blieb auch bei seinem Nachfolger Albrecht Westphal noch so. Die Zusammenlegung mit dem Kirchenkreis Bockenem Hoheneggelsen kam im Jahr 2005; es sei mit die aufregendste Periode in der gesamten Zeit gewesen, sagt Ingrid Marahrens. Nach der Fusion sollte die Kirchenkreisleitung in Bockenem angesiedelt werden, und dann hätte man für die Elzer Chefsekretärin eine neue Aufgabe suchen müssen. Der frühe Tod des Bockenemer Superintendenten Peter Lüdtke änderte die Pläne der evangelischen Kirche jedoch, und Christian Castel als neuer Superintendent bezog sein Domizil im zentraler gelegenen Elze. Inzwischen hat es eine erneute Fusion gegeben, der riesige Kirchenkreis Hildesheimer Land-Alfeld ist mit zwei Superintendenturen ausgestattet.In Hessen geboren, fühlt sich Ingrid Marahrens längst als Niedersachsin – „ich bin der Liebe wegen hier gelandet“. Bereits seit 34 Jahren wohnt die zweifache Mutter und zweifache Großmutter in Eime, wo sie für den Tennisclub nach wie vor Punktspiele bestreitet. Tennis wird sie weiterhin spielen, aber sie ahnt: Das wird nicht reichen, um den Ruhestand mit Leben zu füllen. „Däumchen drehen werde ich nicht, dafür bin ich zu unruhig.“

Für Christian Castel wird es „natürlich ein mächtiger Einschnitt“ sein, wie er selbst sagt, wenn seine rechte Hand zum Jahresende aufhört. „Ich habe mich oft gewundert, wie schnell mancher Auftrag erledigt war“, berichtet er. Seine Sekretärin sei immer sehr eigenständig gewesen, fügt er mit einem Schmunzeln hinzu: „Manchmal sind Dinge einfach schon erledigt gewesen, ohne dass ich noch einen letzten Blick darauf werfen konnte.“

Eine Nachfolgerin gibt es auch schon, Claudia Coordes aus Rautenberg arbeitet sich gerade ein. Sie ist seit Anfang der 90er Jahre in der Kirche aktiv, zunächst ehrenamtlich als Kindergottesdienst-Helferin und im Kirchenvorstand, dann als Sekretärin in der Hildesheimer Martin-Luthergemeinde, im Kirchenamt und als Koordinatorin der Ökumenischen Nachbarschaftshilfe beim Projekt „Zeitreich“ in der Hildesheimer Nordstadt.

Anders als ihre Vorgängerin wird die 46-Jährige nicht auch das Peter- und Paul-Gemeindebüro betreuen, sondern mit 31 Wochenstunden ausschließlich in der Superintendentur beschäftigt sein – das Gemeindebüro wird künftig Dunja Koch leiten. „Wir haben Frau Coordes aus rund 40 Bewerbungen ausgewählt“, sagt Christian Castel, „und ich habe wirklich das Gefühl, dass wir die Richtige gefunden haben.“

Text und Foto: Kultur & Kommunikation (Ralf Neite)

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