„Nicht mit 1000 Plänen beladen“

Nach fast 25 Jahren als Chefsekretärin des Kirchenkreises geht Margrit Bless in den Ruhestand

Alfeld. Ohne Margrit Bless ist die Alfelder Superintendentur eigentlich kaum vorstellbar. Superintendenten kamen und gingen, die Chefsekretärin blieb und sorgte für Kontinuität. Doch nun, nach fast 25 Jahren, geht sie in den Ruhestand; Bianca Sasse übernimmt die Aufgabe. „Ich habe nie geplant, dass ich bis 65 arbeite“, erzählt Margrit Bless gut gelaunt, „das hat sich einfach so ergeben, weil es so viel Spaß gemacht hat.“

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Margrit Bless an ihrem langjährigen Arbeitsplatz in der Superintendentur. Foto: Neite

Besonders meint sie damit auch das letzte Jahr mit der neuen Superintendentin Katharina Henking. „Es ist ein sehr schöner Abschluss gewesen“, sagt Margrit Bless. „Die Chemie stimmte gleich.“ Das hat auch ihre Chefin so empfunden: „In meinem ersten Jahr im neuen Amt war Margrit Bless für mich ein Fels in der Brandung“, so Katharina Henking.

Als Margrit Bless im Sommer 1988 ihre Stelle als Sekretärin der Kirchenkreis-Leitung antrat, sah die kirchliche Landschaft noch völlig anders aus. Eggo Hafermann war Superintendent eines Kirchenkreises, in dem 25 Pastorinnen und Pastoren die Gemeinden betreuten. Vor der Fusion mit dem Kirchenkreis Hildesheimer Land waren davon noch elf PastorInnen übrig – zurückgehende Mitgliederzahlen machten es nötig, den Zuschnitt der Gemeinden von Grund auf zu ändern. Margrit Bless nennt Wrisbergholzen und die umliegenden Orte als Beispiel. „Wo früher drei Pastoren tätig waren, gibt es heute einen.“

Als Absolventin der Höheren Handelsschule sei für sie eine Verwaltungs-Laufbahn vorgezeichnet gewesen, berichtet die Sekretärin. „Aber ich sitze nicht gerne nur am Tisch und addiere Zahlen“, fügt sie hinzu. Die Arbeit in der Superintendentur habe ihr viel mehr gelegen, „hier habe ich auch mit Menschen zu tun“. In den 17 Jahren, als Wolfhard Pohlmann Superintendent war, hat er neben seinen vielfältigen Aufgaben auch Kulturveranstaltungen und einige Kunstprojekte initiiert und begleitet, bei denen FMargritrau Bless eng in die Vorbereitungen und Umsetzung eingebunden war. „Das fand ich sehr bereichernd, weil ich mich auch privat dafür interessiere“, verrät sie. Mit ihrer Familie fahre sie gerne ins Theater, zu Ausstellungen und Konzerten.

Kurz vor Ende der Amtszeit Pohlmanns begann die Phase der großen Veränderungen im Kirchenkreis Alfeld, eingeläutet durch den Umzug des Kirchenamts nach Hildesheim. 2008, als Klaus Grünwaldt die Leitung übernahm, wurde ein Verband mit dem Kirchenkreis Hildesheimer Land gegründet. Die Superintendentur siedelte kurz darauf für zwei Jahre in Räume der Sparkasse um, weil das Gebäude am Mönchehof von Grund auf saniert werden musste. Grünwaldt verließ Alfeld bereits 2010 wieder, und zum 1. Januar wurde der fusionierte Kirchenkreis Hildesheimer Land-Alfeld gegründet, der seit einem guten Jahr als erster der Landeskirche von einer Doppelspitze geleitet wird.

„Das Schöne bleibt in Erinnerung“, zieht Margrit Bless Resümee. Sie meint damit nicht zuletzt die tolle Team-Gemeinschaft im Haus am Mönchehof, auch mit den Kolleginnen und Kollegen der St.-Nicolai-Gemeinde und des Diakonischen Werkes. „Das war wirklich eine runde Sache hier“, so die 65-Jährige – und jetzt freue sie sich auf die Freiheit, die der Ruhestand ermögliche. Ob sie spezielle Pläne hat? „Eigentlich lasse ich mich in diesen neuen Abschnitt hineintreiben“, sagt Margrit Bless, „ich will ihn nicht mit 1000 Plänen beladen.“

Text und Foto: Kultur & Kommunikation (Ralf Neite)

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