Von Todesstreifen und anderen Grenzen

„ÜberWunden“: Ökumenischer Kreuzweg der Jugend wird am 25. Februar eröffnet

Hildesheim. Bilder, Gedanken, Impulse: Unter dem Motto „ÜberWunden“ wird am Montag, 25. Februar, in der St.-Andreas-Kirche der diesjährige Ökumenische Kreuzweg der Jugend eröffnet. Wobei der Titel eigentlich ein bisschen irreführend ist: Die interaktiven Stationen des Kreuzwegs sind von Jugendlichen gestaltet, aber sie sprechen Gleichaltrige und Erwachsene gleichermaßen an.

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Eine der Skulpturen am „Weg der Hoffnung“ beim Point Alpha. Foto: Dassler

Es ist der 55. Jugendkreuzweg bundesweit. In Hildesheim sei die jährliche Veranstaltung eine Zeit lang „eine echte Bewegung“ gewesen, 200 bis 300 Jugendlichen seien gemeinsam von Station zu Station gegangen, erinnert sich Dietrich Waltemate, Diakon im Evangelischen Jugenddienst des Kirchenkreises Hildesheim-Sarstedt. Vor etwa 20 Jahren habe das Interesse aber nachgelassen, schließlich sei die ökumenische Aktion ganz eingeschlafen – bis der Evangelische Jugenddienst 2009 beschloss, mit verändertem Konzept einen neuen Anlauf zu wagen.

Der neue Jugendkreuzweg, der fünfte dieser Art, ist eine interaktive Ausstellung, deren Stationen von Schulklassen und kirchlichen Jugendgruppen gestaltet werden. Ein Themenheft gibt Anregungen, die konkrete Umsetzung ist jedoch ganz allein Sache der Jugendlichen. So wurde im vorigen Jahr die Station „Jesu Tod“ durch ein am Boden liegendes Kreuz symbolisiert: Das Kreuz war hohl und mit Erde gefüllt, in die BesucherInnen Samen säen konnten. Man könne den Tod schließlich nicht ohne das Leben denken, so die Idee der Jugendlichen. Im Verlauf der drei Ausstellungswochen gingen die Samen tatsächlich auf.

Großformatige Fotos ergänzen die Arbeiten der Jugendlichen, gemeinsam lassen sie den Leidensweg Jesu (und das Leben im Hier und Jetzt gleichermaßen) in einem neuen Licht erscheinen. Die Bilder stammen von der Jugendkreuzweg-Zentrale in Düsseldorf, in diesem Jahr zeigen sie Skulpturen vom „Weg der Hoffnung“ – ein Kunstprojekt bei Point Alpha, am ehemaligen Todesstreifen zwischen der DDR und der Bundesrepublik in Hessen. Diese Thematik führt zu den Ursprüngen des Jugendkreuzwegs zurück, der in seinen ersten Jahren nicht nur eine Gebetsbrücke über die Grenzen der Konfessionen, sondern auch über die Mauer zwischen Ost und West sein sollte.

Was genau in diesem Jahr entstehen wird, wissen die OrganisatorInnen Katrin Bode und Dietrich Waltemate vom Jugenddienst selbst noch nicht. Von ein paar Skizzen abgesehen, werden sie erst am Aufbautag erfahren, was die Jugendlichen erarbeitet haben. „Das ist jedes Jahr total spannend“, erzählt Katrin Bode, und fügt hinzu: „Wir machen solche Ausstellungsgeschichten überhaupt sehr gerne.“ „Weil die Menschen sonst sowieso immer zu viel reden“, ergänzt Dietrich Waltemate. Die Auseinandersetzung mit den Bildern eröffne einen ganz neuen Wahrnehmungsraum.

Schulklassen und andere Gruppen – auch Erwachsene – können sich beim Kirchenkreis-Jugenddienst anmelden und sich durch die Ausstellung in St. Andreas führen lassen: telefonisch unter der Nummer 05121/167530 oder per E-Mail via kkjd-hisa@web.de. Natürlich kann man sich den Kreuzweg während der Öffnungszeiten der Kirche auch ganz alleine anschauen. Die Eröffnung am 25. Februar beginnt um 17 Uhr, VertreterInnen der beteiligten Gruppen führen in die Stationen ein.

Text: Kultur & Kommunikation (Ralf Neite)

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