Zuhören und einfach da sein

„Tag der Besuchsdienste“ würdigt Ehrenamtliche in den Gemeinden

Hildesheim. In ihrem Alltag setzen sie sich für andere ein. Sie besuchen einsame, kranke, trauernde oder alte Menschen. Sie hören zu, reden oder sind einfach nur da. Doch an einem Tag im Jahr stehen sie im Mittelpunkt: die ehrenamtlichen Mitarbeitenden der Kirchengemeinden, die im Besuchsdienst aktiv sind.

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Pastorin Meike Riedel organisierte und leitete den „Tag der Besuchsdienste“. Foto: Reese

Um ihre Arbeit zu würdigen, hatte der evangelische Kirchenkreis Hildesheim-Sarstedt am Sonnabend zum „Tag der Besuchsdienste“ in die Gemeinderäume der Christuskirche geladen. „Wir wollen damit danken und unsere Wertschätzung zeigen“, sagte Pastorin Meike Riedel, die Beauftragte für Besuchsdienstarbeit im Kirchenkreis. 80 Ehrenamtliche frühstückten gemeinsam und kamen bei Kaffee und Brötchen ins Gespräch. „Der Erfahrungsaustausch bei diesem Treffen ist uns wichtig“, so Pastorin Riedel.

Aber nicht nur das. Die Ehrenamtlichen sollten in ihrer anspruchsvollen Arbeit auch gestärkt werden. Dazu gehörten Fortbildungen in Form von Workshops. Wie man mit Abweisungen umgehen kann, erfuhren die Ehrenamtlichen im Workshop von Pastor Cord Muckelberg, Seelsorger im Ameos-Klinikum. „Gründe für Abweisungen gibt es viele“, sagte er und berichtete eindrucksvoll über seine Erlebnisse. Ein schroffes Zurückweisen bei einem Krankenbesuch stellte er anschaulich dar. Mit diesem Beispiel versuchte er zu erklären, dass Abweisungen nichts mit der eigenen Person zu tun haben müssen: „Jeder trägt einen Rucksack mit Erfahrungen bei sich, der zu den unterschiedlichsten Reaktionen führen kann.“

Wie man mit Klagen umgeht, eigene Kraftquellen stärkt, Wege durch die Trauer findet oder das Zuhören lernt, waren weitere Themen an diesem Tag.

Auch Superintendent Helmut Aßmann stand für eine Gruppenarbeit nach seinem Einstiegsreferat zur Verfügung. „Einfach mal reden – über die Macht der Sprache“ war sein Thema, in dem er deutlich machte, wie wichtig die Wahl der Worte ist.

„Mit dem menschlichen Wort nicht ordentlich umzugehen, heißt die mächtigste Kraft des Universums zu verplempern“, sagte er. Sich jedoch bewusst und absichtsvoll mit der Sprache des Menschen zu beschäftigen und ihr zu dienen, gebe einem die mächtigsten Instrumente in die Hand, fügte er hinzu. Der Superintendent riet den TeilnehmerInnen seines Workshops zur inneren und äußeren Vorbereitung auf wichtige Gespräche. „Alles liegt an ihrem ersten Wort“, sagte er.

Ansprechpartner für Interessierte, die sich eine ehrenamtliche Tätigkeit im Besuchsdienst vorstellen können, sind die jeweiligen Kirchengemeinden. „Es haben sich Schulungen in einigen Kreisen entwickelt, die auf die Aufgaben vorbereiten“, berichtete Pastorin Meike Riedel. Einen vorgeschriebenen Weg, um im Besuchsdienst zu arbeiten, gibt es jedoch nicht. Pastor Kicco Schwartz vom Seelsorgeausschuss dazu: „Lebenserfahrung und das Herz am rechten Fleck zu haben, sind gute Voraussetzungen“.

Text und Foto: Kultur & Kommunikation

 

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