einfach.Gottesdienst.feiern

Willkommen

einfach.Gottesdienst.feiern

von Landessuperintendent Eckhard Gorka zur Stärkung der Gottesdienste im Sprengel-Hildesheim-Göttingen initiiert, wird hier laufend dokumentiert. Sie finden an dieser Stelle die Namen und Orte der beteiligten Kirchengemeinden, das Konzept der Initiative sowie Materialien zum Download.

Schnedinghausen-2
Einfach.Gottesdienst.feiern – hier in der pittoresken Kirche Schnedinghausen bei Northeim. Ehrenamtliche halten die Türen der Kirche offen und richten Gottes Wort aus. / Bild: Presse- und Öffentlichkeitsarbeit im Sprengel Hildesheim-Göttingen

………………………………………………………………………………………

Formular

Wenn Sie auch Ihre Initiative vor Ort bekannt geben wollen, dann finden Sie hier ein Formular dafür:

Doc-Datei:

Formular einfach.Gottesdienst.feiern

PDF-Datei:

Formular einfach.Gottesdienst.feiern

………………………………………………………………………………………

Fortbildungsangebote

(wird laufend aktualisiert)

………………………………………………………………………………………

Kirchengemeinden

Adensen
Kirchenkreis Hildesheimer Land-Alfeld
Passionsandachten

Benterode-Sichelnstein
Kirchenkreis Münden
Einmal im Monat sonntags um 17.00 Uhr

Bremke
Kirchenkreis Göttingen
1. Freitag im Monat um 19 Uhr

Christophorus Göttingen
Kirchenkreis Göttingen
„einfach.Gottesdienst.feiern“
Christophoruskirche Göttingen
Mittwoch / 20 Uhr / 14-tägig

Deensen-Arholzen und Heinade
Kirchenkreis Holzminden-Bodenwerder
Andacht im Alltag

Eilensen und Ellensen
Emmaus-Kirchengemeinde Dassel-Solling
Kirchenkreis Leine-Solling
St. Anna Kapelle Eilensen und St. Matthäus Kirche Ellensen
Freitag / 19 Uhr – mögl. 1 x monatlich
Kontakt: Simone Bertram / 05562-914266 / bertram@eilensen.de

Esebeck
Kirchenkreis Göttingen
einfach.Gottesdienst.feiern
Sonntags 18.45 Uhr in der St.-Pankratius-Kirche

Eitzum
Kirchenkreis Hildesheimer Land-Alfeld
Abendgebet in St. Martini Eitzum
Einmal im Monat am Sonntag um 18.00 Uhr

Fohlenplacken
Kirchenkreis Holzminden-Bodenwerder
Waldandacht
Samstags um 18.00 Uhr

Giften
Kirchenkreis Hildesheim-Sarstedt
„einfach Gottesdienst“ in der Kapellengemeinde Martin Luther Giften / Sarstedt

Gleichen
Kirchenkreis Göttingen
„einfach Gottesdienst!“
1 x im Monat

Imbshausen-Denkershausen
Kirchenkreis Leine-Solling
„Samstagabend – der etwas andere Gottesdienst“
Jeden 4. Samstag um 18.00 Uhr

Kirchbrak
Kirchenkreis Holzminden-Bodenwerder
Kleiner Gottesdienst „Zeit zum Auftanken“
Jeden 1. und 3. Mittwoch im Monat, 18 Uhr

Königsdahlum
Kirchenkreis Hildesheimer Land-Alfeld
„Fünf nach Sechs“
Freitags 18.05 Uhr

Kuventhal
Kirchenkreis Leine-Solling
Sonntags 10 oder 18 Uhr

Langenholtensen
(Der Link verweist auf Homepage der Kirchengemeinde!)
Kirchenkreis  Leine-Solling
Andacht aktiv
Sonntags 10.30 Uhr

Lindau
Kirchenkreis Herzberg
Morgenandacht (14-tägig)

Lütgenade
Kirchengemeinde Golmbach / Amelungsborn
Kirchenkreis Holzminden-Bodenwerder
Monatliche Andacht mittwochs um 19 Uhr

Markoldendorf
Emmaus-Kirchengemeinde Dassel-Solling
Kirchenkreis Leine-Solling
geMEINdeGOTTESDIENST
Martinskirche
Samstag 17 Uhr oder
Sonntag 9.30 Uhr
monatlich

Neuhof (Bad Sachsa)
Propstei Bad Harzburg, Landeskirche in Braunschweig
Kleiner Gottesdienst
Samstag, 18 Uhr oder Sonntag, 9.15 Uhr
unregelmäßig

Nörten
Emmaus-Kirchengemeinde Nörten
Kirchenkreis Göttingen
Monatliche Andacht

Rühle-Dölme
Kirchengemeinde Rühle-Dölme
Kirchenkreis Holzminden-Bodenwerder
Kleiner Gottesdienst
Mittwoch und Freitag /19 Uhr
monatlich

Schönhagen
Kirchenkreis Leine-Solling

Abendgebet

Steina
Kirchenkreis Herzberg
Morgengebet
Alle 14 Tage, sonntags, 10 Uhr

Vahlbruch
Kirchenkreis Holzminden-Bodenwerder
Monatliche Andacht

Vöhrum
Kirchenkreis Peine

Wallensen
Kirchenkreis Hildesheimer Land-Alfeld
einfach.Gottesdienst.feiern

Warbsen
Kirchenkreis Holzminden-Bodenwerder
Andacht jeden 1. Mittwoch im Monat

Wülfingen
Kirchenkreis Hildesheimer Land-Alfeld
Andacht 1200
Abendandacht dienstags 18.30 Uhr (1 x Monat)
Kontakt: Margarete Noparlik

Wendhausen
Kirchenkreis Hildesheimer Land-Alfeld
„Gottesdienst der Ehrenamtlichen“
Samstag Abend oder Sonntag Vormittag (unregemäßig)

………………………………………………………………………………………

Mit Kindern

einfach.Gottesdienst.feiern

Einfach Gottesdienst feiern – kann man das nicht auch mit Kindern? Auf diese Anfrage antwortet ein erster Entwurf für einen kleinen Gottesdienst, den man gut mit Kindern (und ihren Eltern) feiern kann. Erarbeitet hat ihn Pastor Dirk Schliephake vom Arbeitsbereich Kindergottesdienst im Michaeliskloster Hildesheim. Diesen Gottesdienst kann man z. B. zum Schluss der Woche zu feiern, wenn Eltern ihre Kinder aus der Kindertagesstätte abholen. Aber natürlich kann er auch in der Woche zu einer passenden Zeit stattfinden.Der Text ist hier als PDF-Datei hinterlegt: Mit Kindern einfach.Gottesdienst.feiern.

Kontakt
einfach.Gottesdienst.feiern
Pastor Rolf Sturm
Landessuperintendentur Hildesheim-Göttingen
Michaelisplatz 3 A
31134 Hildesheim
Fon 05141 540 386
Fax 05141 208 283
Rolf.Sturm@evlka.de
http://www.einfach-gottesdienst-feiern.de

………………………………………………………………………………………

Grußwort

einfach.Gottesdienst.feiern – Ein Gottesdienst für 700 Kirchen

Ein Tag in deinen Vorhöfen ist besser als sonst tausend (Ps 84, 11) –

„Dem Gottesdienst ist nichts vorzuziehen“, so lautet eine Regel der Kirchenväter. Im Gottesdienst ist die christliche Gemeinde nicht vertretbar. Der Gottesdienst ist ohne Alternative. Er hat ebenso wenig eine Alternative wie der Segen. Unsere Kirchen sind Räume, in denen Gottes Name wohnt. Sie sind die Orte der Hochschätzung seines Wortes, das sich seine Gemeinde selbst sucht.

Die Feier des Gottesdienstes ist – aller liebevollen Vorbereitung zum Trotz – oft mit entmutigenden Erfahrungen der kleinen, manchmal ganz kleinen Zahl verbunden. Gleichwohl ist der Gottesdienstbesuch viel besser als sein Ruf. Denn es ist nicht so, dass die Zahl der Gottesdienstfeiernden seit 40 Jahren dramatisch abgenommen hätte. Die EKD-Statistik nennt für das Jahr 2010 insgesamt 900.000 evangelische Gottesdienstbesucher pro Sonntag und ca. 1,3 Millionen Zuschauer von Fernsehgottesdiensten. In den zurückliegenden Jahren ist trotz aller Selbstbefassung mit den Strukturen kirchlicher Arbeit in der hannoverschen Landeskirche – wie in den anderen Gliedkirchen der EKD – eine neue Hochschätzung und eine neue Gestaltungslust am Gottesdienst deutlich geworden.

Unsere Haltung zum Gottesdienst fängt eben nicht zuerst mit unseren finanziellen Schwierigkeiten und der Suche nach eleganten Ausweichmöglichkeiten an. Der gesamte Protestantismus hat dem Gottesdienst stets höchsten Rang beigemessen.

Auch im Folgenden geht es um Freude, Gemeinschaft, Glauben, Beten, die Nähe des Wortes Gottes zu seinem Volk und die Nähe des Volkes Gottes zu seinem Wort. Und es geht um Aufbau, wo weithin nur von Rückbau oder Abbau die Rede ist.

Von der Predigtstätte zum Gottesdienstraum

Bis weit in die 90er Jahre waren in der Ev.-luth. Landeskirche Hannovers finanzielle Zuweisungen an die Gemeinden auch an die Zahl ihrer Predigtstätten gebunden. Für die vielen kleinen selbständigen Gemeinden des Südens der hannoverschen Landeskirche war dies eine ergiebige Einnahmequelle. Später setzte hier eine deutliche Veränderung ein. Es wurde neu erhoben, an welchen Orten bis zum Jahr 1992 regelmäßig und in mindestens vierzehntägigem Abstand Gottesdienste gefeiert wurden. Alle Versuche, im Nachhinein Kirchen und Kapellen durch die Behauptung voller Nutzung umzuetikettieren, wurden zurückgewiesen. Das Sakralgebäude als unregelmäßig genutzte Predigtstätte eines Hauptgottesdienstes verlor seine finanzielle Attraktivität.

Namentlich für den Süden der Landeskirche war dies ein herber Einschnitt. Die Kirchengemeinden im Norden der hannoverschen Landeskirche sind in der Mehrzahl anders strukturiert. Oft sind sie so groß, dass mehrere Ordinierte an einer Predigtstätte wirken.

Mittlerweile ist dies alles Vergangenheit. Ein neues Zuweisungsrecht nimmt auf regelmäßige Predigtstätten keine Rücksicht mehr. Für die Kirchenvorstände und Pfarrämter hat sich daher eine andere Notwendigkeit ergeben, über den Gottesdienstrhythmus vor Ort nachzudenken.

Etwa zehn Jahre nach dem Versuch, den Begriff und die Zahl der Predigtstätten neu zu ordnen, hat sich die EKD-Synode in Leipzig unter dem Sachthema: „Der Seele Raum geben – Kirchen als Orte der Besinnung und Ermutigung“ mit sakralen Räumen beschäftigt .

Der im Jahr 2003 von der EKD-Synode gewählte Zugang versucht nicht nur, Kirchenräume künftig geöffnet zu halten, um den sakralen Räumen die ihnen eignende Dignität wiederzugeben. Es ging der Synode auch um eine neue Wertschätzung und Beachtung unserer Sakralräume für die Spiritualität der Gemeinden, für kirchenpädagogische Zugänge, für einen sensiblen Umgang bei Umnutzung.

Der Begriff der Predigtstätte allerdings verkürzt die Definition des sakralen Raumes auf den Ort einer ausgeführten Predigt, die in der Regel von einer Pastorin und einem Pastor, einer Lektorin oder einem Prädikanten gehalten wird. Was sich sonst an stummer Kommunikation in diesem Raum ereignet, wird ausgeblendet. Auch das weitere gottesdienstliche Geschehen, das in vielfacher Weise durch musikalische Aktivitäten und gern aufgenommene weitere künstlerische und ästhetische Eingriffe seinen Ausdruck findet, wird mit dem Begriff Predigtstätte vernachlässigt.

Diese eng geführte Definition kann sich in Teilen auf einen radikalen Martin Luther berufen. Die Reformation hat den Kirchenbau ganz auf die Funktion des Gemeindegottesdienstes hin gedeutet. Martin Luther empfiehlt sogar den Abriss von Kirchen. Denn, wo man eine Kirche zum Gottesdienst nicht mehr braucht, „sollt man dieselben kirchen abbrechen, wie man allen andernn hewßern thutt, wenn sie nymmer nütz sind“. Dieser frühneuzeitliche Rigorismus muss sicherlich auf der Folie der spätmittelalterlichen Frömmigkeit und ihrer Dingmagie bewertet werden. Er geht aber auch mit der reformatorischen Wiederentdeckung des Wortes als exklusiver Offenbarungsquelle einher, die den Kirchenraum funktional qualifiziert. Noch einmal Luther zur Sache: „Wo Gott redt, do wohnt ehr. Wo das wortt klingt, do ist Gott, do ist sein hauß, und wen ehr aufhörtt zcu reden, ßo ist auch nymmer sein hauß do. Wen ehr auch klunge uff dem dach adder under dem dach, und gleich uff der elbbruckenn, ßo ists gewiß, das ehr do wohne.“ Nicht wir „haben“ das Wort Gottes, sondern das Wort lässt Kirche überhaupt erst Kirche sein. Kirche ist creatura verbi divini. Darum das sola scriptura, das „allein das Wort“, das Christus, Gnade und Glauben öffentlich zu belegen in der Lage ist.

Aus der Not eine Tugend machen

Der Sprengel Hildesheim-Göttingen der hannoverschen Landeskirche zeichnet sich u. a. durch folgende Besonderheit aus: Exakt 693, also fast 700 Kirchen und Kapellen gibt es in den zehn Kirchenkreisen. Die Zahl der Andachtsräume etwa in Krankenhäusern ist dabei noch nicht erfasst.

Wer sonntags einen Spaziergang macht oder mit dem Rad über Land fährt und einen hoffentlich aktuellen Schaukasten vor einer Kirche betrachtet, der wird leicht feststellen, dass die rückläufige Zahl der Hauptamtlichen es längst nicht mehr leisten kann, an jedem Sonntag in jeder Kirche einen Hauptgottesdienst anzubieten. Das ist in vielen Gemeinden heute eine schlichte Überforderung. Historisch war es zudem noch nie gegeben, dass jede Kirche an jedem Sonntag von einem Hauptamtlichen gottesdienstlich geöffnet wurde.

Manche Gemeinden tun sich mit dem Rückgang der Gottesdienstfrequenz schwer. Gleichwohl bildet sich diese Beschwer in der Zahl der Gottesdienstbesuche in der Regel nicht ab. Es mag verständlich sein, dass Menschen vor Ort in ihrer kleinen Kirche und Kapelle am Sonntagmorgen um 10 Uhr einen Gottesdienst feiern wollen. Man muss sich jedoch von dem Anspruch verabschieden, diesen Wunsch einlösen zu können oder gar durch Hauptamtliche einlösen zu wollen. Es wäre auch eine schlichte Überforderung der Ordinierten beziehungsweise der Lektoren und Prädikantinnen, die für diese Aufgaben ausgebildet und beauftragt sind.

So bildet sich also, wenn man in den Schaukasten sieht, eine Art Schachbrettmuster heraus. Angenommen, es gibt in einer Gemeinde sieben sakrale Räume und die Pastorin oder der Pastor halten an jedem Sonntag zwei Gottesdienste, dann wird deutlich, dass mindestens fünf sakrale Räume pro Sonntag beziehungsweise pro Woche nicht aufgesucht werden können.

Diese Situation hat zu einem volkskirchlich-missionarischen Impuls geführt, der nun im zweiten Teil in praktischer Entfaltung und vor dem Hintergrund erster Erfahrungen mit der Initiative „einfach Gottesdienst feiern“ vorgestellt werden soll.

Versuch, ein altes Dilemma durch einen neuen Impuls aufzulösen

Eine mögliche Alternative zu dem eben beschriebenen Dilemma lautet: Lasst uns gemeinsam in Kirchenvorständen, Pfarr- und Mitarbeitendenkonferenzen, Kirchenkreistagen oder Dekanatssynoden nach Möglichkeiten suchen, in jeder Kirche und Kapelle ein regelmäßiges – möglichst wöchentliches – gottesdienstliches Angebot vorzuhalten. Dazu die folgenden ganz praktischen Anregungen:

1. Lasst uns auf die Suche nach Menschen gehen, die bereit sind, mit einer Zeitspende von einer guten halben Stunde pro Woche für eine klar befristete Zeit ihre Kirche oder Kapelle für ein spirituelles Angebot zu öffnen. Die Erfahrungen aus den Gemeinden, die in den letzten Jahren ihre Kirche oder Kapelle für einen „Kleinen Gottesdienst“ geöffnet haben, zeigen: Es lassen sich Menschen finden, die bereit sind, diese begrenzte Zeitspende dieser Aufgabe und der Gemeinde zu widmen. Oft bilden Mitglieder des Kirchenvorstandes oder einer schon bestehenden Gemeindegruppe eine Art Kern. Andere kommen dazu. Es sollte darauf geachtet werden, dass es nicht unter der Hand einfach zu einer Mehrfachbelastung nach dem Motto: „Noch eine weitere Aufgabe für die, die schon engagiert sind“, kommt. Verbindlichkeit auf Zeit muss möglich sein und erleichtert das Mittun. Wichtig ist, dass es bei dem „kleinen Finger“ bleiben darf und dass es nicht immer gleich „der ganze Arm“ sein muss, den man der Kirche reicht. Nur: Der kleine Finger, die begrenzte Zeit, die müssen verbindlich gewährt werden. Darüber sollte man sich in einer Vereinbarung verständigen, damit allen Beteiligten klar ist, wer, wann, wie oft und wie lange was anbietet. Die Zeit sollte auch deshalb befristet sein, damit sich nicht unter der Hand neue Personalgemeinden bilden. Oder jedenfalls nicht so schnell.

Manche Gemeinden beginnen mit einem Kleinen Gottesdienst für eine bestimmte Zeit des Kirchenjahres wie etwa die Passionszeit oder auch das Sommerhalbjahr. Es bewährt sich, die eigenen Kräfte nicht zu überfordern. Die bisherigen Erfahrungen zeigen: Ist erst ein Anfang gemacht, ist eine Weiterentwicklung immer möglich.

2. Was geschieht bei und nach dieser Öffnung der Kirche? Die Kirche oder Kapelle wird aufgeschlossen, vielleicht werden Blumen auf den Altar gestellt. Das kann, muss aber nicht sein. Die Kerzen werden entzündet, die Glocken läuten und es heißt abzuwarten. Für dieses Programm braucht es Geduld, schon allein, um es beginnen zu lassen und dann noch einmal mehr, um es durchzuhalten. Menschen, die bereit sind, sich mit einer Zeitspende an diesem spirituellen Angebot zu beteiligen, müssen eine gewisse Frustrationstoleranz, einen belastbaren Glauben und ein festes Vertrauen dazu aufbringen, dass Gott sich auch mit einer kleinen Gemeinde in der Welt seine Zeugen sammelt, Kirche baut, den Erdkreis erneuert und sein Reich wachsen lässt.

3. Was nun inhaltlich in dem Raum und der Zeit geschieht, muss im Kirchenvorstand und dem Pfarramt vorbesprochen sein. Hier ist je nach Ort, Tradition, Experimentierfreude der größtmögliche Formenreichtum vorzustellen. Man kann sich der Tagzeitengottesdienste im Gesangbuch bedienen, man kann ein Formular, eine kleine Andachtsform mit Antiphonen und Responsorien, die mitgesprochen und mitgesungen werden können, auslegen, nach der man gemeinsam betet. Es kann ein Ansatz gewählt werden, der die Verantwortlichen inhaltlich beteiligt, und es können fest gefügte liturgische Formen sein. Der gottesdienstliche Raum und die Zeit, zu der der Kleine Gottesdienst gefeiert wird, machen für die Gestaltung die Rahmenvorgaben. Das zeigen die gottesdienstlichen Liturgien, die sich in der Praxis entwickelt haben. Liturgie lebt von Wiederholung, sie ist nicht langweilig. Wiederkehrender Gebrauch verleiht den Texten, Liedern und Gebeten Tiefe. Liturgie ist die Feier des Wiedererkennens und der Formensicherheit der Gemeinde. In seiner Grundstruktur verbindet uns der christliche Gottesdienst – auch der ohne ausgeführte Predigt – mit dem Judentum und anderen Christinnen und Christen auf der Erde.

Kleine Gottesdienste können und sollen keine Kopie des Sonntagsgottesdienstes sein. Es gilt der Grundsatz: „Weniger ist mehr.“ Eine einfache Form ermöglicht es den Leitenden eher, die Verantwortung zu übernehmen. Und sie erleichtert es den Feiernden, sich ohne große Erläuterungen in den Kleinen Gottesdienst hinein zu begeben. Die kleine Form und die kleine Zahl der Feiernden haben ihre eigene Würde. Das muss gerade in einer Gesellschaft, die in der Regel der Faszination der großen Zahl erliegt, festgehalten werden. Es gilt, die Verheißung der Gegenwart Christi festzuhalten, die dort gilt „wo zwei oder drei in seinem Namen versammelt sind“ (Mt 18, 20).

Weniger ist mehr – das festzuhalten, gilt auch gegenüber dem hier und da anzutreffenden Bedürfnis nach einer möglichst weitgehenden Professionalisierung der Mitwirkenden , aber auch gegenüber der gegenteiligen Kritik, hier würde unter der Hand ein neuer „klerus minor“ geschaffen. Vorbereitung: ja – (Semi-)Professionalität: nein. Angebote zur Fortbildung der Mitwirkenden: ja – aber der Ausbildung von Lektoren und Prädikanten muss und soll keine Konkurrenz gemacht werden. Wichtiger als Perfektion ist die Motivation, wichtiger als die Frage nach liturgischen Textilien die, welche Tragkraft wir biblischen Texten zutrauen.

Auch ohne eine ausgeführte Predigt ist ein Kleiner Gottesdienst ein vollgültiger Gottesdienst. Luthers Aussage, dass im Gottesdienst „unser lieber Herr mit uns selbst rede(t) durch sein heiliges Wort und wir wiederum mit ihm reden in Gebet und Lobgesang“ sollte, was das Reden Gottes durch sein Wort angeht, nicht auf die Predigt hin eng geführt werden. „Der Glaube kommt aus dem Hören“, heißt es bei dem Apostel Paulus (Röm 10, 17) genau übersetzt. Zur Anrede, durch die Gott als Heiliger Geist „den Glauben wirkt, wo und wann er will“ (Augsburger Bekenntnis, Artikel 5), kann eine biblische Lesung ebenso werden wie der Segen, die gemeinsam gesprochenen Worte eines Psalms genau so wie die Strophe oder Zeile eines Liedes: „Eine Feier, in der Gottes Wort laut gelesen und gebetet, Gottes Lob gesungen bzw. musikalisch das Evangelium verkündigt und der Segen gespendet werden, ist kein Gottesdienst zweiter Klasse, auch nicht nur eine Andacht, sondern ein vollgültiger Gottesdienst“ (J. Arnold).

4. Wann soll dieser Kleine Gottesdienst stattfinden? Auch darüber müssen sich Kirchenvorstand und Pfarramt abstimmen. Es kann gern sein, dass diese Form des Gottesdienstes in einem Dorf werktags um 9 Uhr angeboten wird, in einem anderen Dorf am Sonnabendabend um 18 Uhr, im dritten am Sonntag um 19 Uhr. Um sich nicht innerhalb einer durch ein Pfarramt verbundenen Gemeinde selbst Konkurrenz zu machen, sollte dieses spirituelle Angebot nicht synchron zum Hauptgottesdienst im „Zentralheiligtum“ angeboten werden, obwohl genau dies zu Zeiten der Vollalimentierung auch kleiner Gemeinden so geschah: Möglichst alle 500 Meter sonntags zur gleichen Zeit ein Hauptgottesdienst. Die Gottesdienstzeiten können und sollen durchaus von Ort zu Ort variieren. Wichtig erscheint, dass gottesdienstliche Zeiten am Ort eine hohe Verbindlichkeit haben, dass also Menschen bereit sind, zu immer der gleichen Zeit die Kirche für ein gottesdienstliches Angebot zu öffnen. In der bisherigen Praxis haben sich Intervalle von wöchentlich über 14-tägig bis einmal monatlich bewährt.

In den zurückliegenden Jahren ist insbesondere bei Unglücken mit vielen Opfern und hoher Ähnlichkeit zur eigenen Lebenspraxis (z.B. ICE-Fahrten) die Sehnsucht der Menschen, sakrale Räume aufzusuchen, enorm gewachsen. In aller Regel waren es zentrale Kirchen, in denen sich diese Gedenkgottesdienste ereigneten. Die Stadtteil- oder Dorfkirchen wurden oft nicht zur stillen Andacht, eine Kerze zu entzünden, einen Psalm zu lesen oder einfach nur still betend da zu sitzen, geöffnet. Schade.

5. Lasst uns neben Formenreichtum auch neue Kooperationen suchen. Lasst uns vielfältige Begabungen suchen und finden. Vielleicht finden sich Menschen, die bereits einmal in Taizé waren und die liturgischen Gesänge von dort singen können. Vielleicht findet sich jemand, der gern und begabt biblische Texte lesen und vortragen kann. Das ist ja eine eigene Kunst. Vielleicht findet sich jemand, der dem Raum durch ganz wenige Eingriffe eine besondere Atmosphäre verleihen kann. Vielleicht findet sich jemand, der gut zu einem Gespräch anleiten kann oder gut Stille aushält. Vielleicht findet sich jemand Kommunikatives, der oder die gut Kontakt zu Nachbarkirchen halten und von dort Impulse eintragen kann. Vielleicht findet sich jemand aus dem Vereinsleben, der feste Termine vor Ort und diese liturgischen Angebote synchronisieren kann. Dieser Impuls rechnet mit vielfältigen Begabungen und lässt Formenvielfalt zu.

6. Lasst uns um der Feier des Gottesdienstes willen Abschied von alten Standards nehmen, die ein solches verheißungsvolles Programm verhindern könnten. Es geht dabei ausdrücklich nicht um gewollte Niveaulosigkeit. Gleichwohl sollte z. B. gute Musik von einer guten CD ebenso zugelassen werden wie das lebendige Orgelspiel. Welcher Gemeinde steht ständig eine Organistin oder ein Organist zur Verfügung? Und wer kann ihn oder sie bezahlen? Abschied von alten Standards kann auch heißen, dass vor Ort durch die regelmäßige Nutzung des Sakralgebäudes ein neues Interesse an seiner Pflege und Erhaltung wächst und örtliche Handwerker hier wieder Hand anlegen dürfen.

7. Braucht es dazu ein neues Amt? Denn die hier benannten liturgischen Feiern sind öffentliche Gottesdienste. Bislang ist es jedenfalls in der hannoverschen Landeskirche so, dass allein Ordinierte oder eingeführte Lektoren und Prädikantinnen autorisiert sind, öffentliche Wortverkündigung zu betreiben. Es wäre schön und begrüßenswert, wenn viele Lektorinnen und Prädikanten sich auch für dieses neue Programm öffneten. Aber es ist von ihnen nicht zu erwarten. Und es ist sehr offen, ob dies zusätzlich zu den vielen Belastungen und der hohen Verbindlichkeit, die Lektoren und Prädikantinnen einzugehen bereit sind, auch noch in ihren Programmplaner passt.

Wie könnte also das neue Amt aussehen? Es müsste so etwas wie ein Priestertum der Getauften sein. Und dies haben wir Evangelischen längst. Mit dem Evangelischen Gottesdienstbuch ist schon vor Jahren ein Grundsatz noch einmal besonders herausgestellt worden, der für den Gottesdienst aus evangelischer Sicht typisch ist: „Der Gottesdienst wird unter der Verantwortung und Beteiligung der ganzen Gemeinde gefeiert.“ Zur Erläuterung heißt es dann weiter: „Die Reformation hat das Priestertum aller Getauften neu zur Geltung gebracht. Daher ist die ganze Gemeinde für den Gottesdienst verantwortlich. Die Gemeinde, die von Gott mit der Vielfalt von Geistesgaben beschenkt wird, soll sich mit all diesen Gaben, Fähigkeiten und Erkenntnissen am Gottesdienst beteiligen“ (Evangelisches Gottesdienstbuch, S. 15).

Die Initiative „einfach Gottesdienst feiern“ will dazu beitragen, diesen Grundsatz unter den besonderen Bedingungen des Sprengels Hildesheim-Göttingen mit Leben zu erfüllen und damit einen Schatz zu heben: den Gottesdienst als Feier der Gemeinde. Gleichwohl sind die Impulse leicht übertragbar. Denn wenn der Gottesdienst – wie es umgangssprachlich oft heißt – allein vom Pastor „gehalten“ wird, besteht die Gefahr, dass sich dieser langfristig daran überhebt, bei geringer Resonanz auch ein wenig mürbe wird. Auch Liturgen können vereinsamen. Zwar hat es (s.o.) historisch zu keiner Zeit für alle Predigtstellen an jedem Sonntag einen Pastor oder eine Pastorin gegeben. Die weiter zurückgehende Zahl der Hauptamtlichen macht es aber zukünftig noch schwieriger, dass Ordinierte sowie Lektorinnen und Lektoren, Prädikantinnen und Prädikanten allein die Verantwortung für den sonntäglichen Gottesdienst tragen.

Laut hannoverscher Kirchengemeindeordnung nehmen Kirchenvorstand und Pfarramt das ius liturgicum gemeinsam wahr. Vom Kirchenvorstand muss deshalb eine Beauftragung ausgesprochen werden, damit sich nicht freischaffende Künstler gerufen fühlen, ohne von irgendjemandem berufen worden zu sein. Kirchenvorstand und Pfarramt müssen die Schlüssel aushändigen – und gegebenenfalls auch wieder einziehen können, müssen beauftragen – und gegebenenfalls die Beauftragung widerrufen können. Solange feste liturgische Formen gebraucht werden, ist das kein großes Problem, aber es muss Einflussmöglichkeiten geben, wenn Verkündigung und Praxis ins Sektiererische abdriften.

Ehrenamtliche, die den Kleinen Gottesdienst in einer Gemeinde verantworten, sollten in einem Gottesdienst in ihre Aufgabe eingeführt werden. Damit wird deutlich: Dieser Dienst ist gewollt, die Gemeinde beauftragt dazu – hier maßt sich nicht jemand aus eigener Vollmacht einfach etwas an. Das ist wichtig für die Ehrenamtlichen selbst und für die Gemeinde. Sinnvoll ist sicher auch eine flankierende Öffentlichkeitsarbeit: Der Kleine Gottesdienst und die, die ihn verantworten und gestalten, werden im Gemeindebrief vorgestellt.

8. Es können neue Konkurrenzen entstehen. Aber es wird auch neuen Reichtum geben. Wie geht eine Gemeinde damit um, dass etwa der liebevoll gestaltete Kleine Gottesdienst in einer längst abgeschriebenen Kapellengemeinde plötzlich eine größere Attraktivität entwickelt als der umfänglich vorbereitete Hauptgottesdienst im schon genannten Zentralheiligtum? Das ist auch eine kritische Frage an die Ordinierten, ob und inwieweit sie andere Menschen an jenen Aufgaben beteiligen, für die sie sich selbst und viele Gemeindeglieder ebenfalls bislang für hauptverantwortlich, ja alleinverantwortlich halten. Es braucht einen Wechsel von der Betreuungs- zur Beteiligungsmentalität. Die kleinen spirituellen Angebote sollen, wie bereits gesagt, nicht als Gottesdienste zweiter Klasse verstanden und installiert werden.

Pastorinnen und Pastoren werden da, wo Kleine Gottesdienste entstehen, weder überflüssig noch arbeitslos. In der Phase der Vorüberlegungen und Entwicklung sind sie als Fachleute für den Gottesdienst und als Motivatoren unverzichtbar. Die Entwicklung eines Kleinen Gottesdienstes ist eine gute Gelegenheit, mit der Gemeinde auf dem Feld von Theologie und Liturgie zu arbeiten. Fairerweise muss man sagen, dass es am Anfang nicht ohne eine zusätzliche Investition an Zeit und Kraft abgeht. Ebenso ist es für die Hauptamtlichen dann die Aufgabe, den gemeinsam entwickelten Kleinen Gottesdienst wirklich ganz in die Verantwortung der beauftragten Ehrenamtlichen zu übergeben. Das steht nicht im Widerspruch zu der Bereitschaft, im Hintergrund zur Unterstützung zur Verfügung zu stehen.

9. Es gibt darüber hinaus etliche offene Detailfragen. Was kostet so etwas eigentlich? Wer zahlt die Kerzen? Wer druckt die Gottesdienstblätter? Wer erstellt die Gottesdienstordnung? Wie sind die Versicherungsfragen geregelt, wenn jemand Verantwortliches auf dem Weg zu diesem kleinen Gottesdienst stürzt? Was passiert, wenn eine Kerze brennen bleibt? Das kann man sich ja noch vorstellen, aber wer trägt die Folgekosten? Hier sind nur einige Details genannt. Auch dieser Impuls ist für Bedenkenträger ebenso offen wie für Hoffnungsträger. Die bisherigen Erfahrungen zeigen, dass es auf alle formalen Anfragen befriedigende Antworten gibt, gleichwohl gibt es auch hier vor Ort jeweils einen Verständigungsbedarf.

10. Der Versuch, vom Predigtstättendenken wegzukommen und unsere Sakralräume neu als Gottesdiensträume der Gemeinde zu begreifen, hat eine eigene Verheißung. Er kann im Spargetümmel antidepressiv wirken. Da mögen in einer Kirche herzerfrischend Gitarren erklingen oder eine gute CD. Der an Taizé angelehnte Kleine Gottesdienst dauert 15 bis 20 Minuten. Danach werden die Kerzen gelöscht und die Kirche wieder abgeschlossen. Es mag an anderer Stelle so sein, dass ein Kleiner Gottesdienst ohne Gesang gehalten wird. Es mag an einer dritten Stelle so sein, dass vor Ort neue Koalitionen entstehen und auch einmal das Mitglied eines Spielmannzuges in der Adventszeit die kleine Gemeinde musikalisch begleitet. Es werden sich Menschen zusammen finden, die immer kommen, und andere, die man bislang nicht erreichte. Alle erleben ihre Kirche oder Kapelle als vitalen Ort der Gottes- und Menschenbegegnung.

Die Initiative „einfach Gottesdienst feiern“ versteht sich als Impuls, den Segen des Gottesdienstes und Kirchen als Sakralräume regelmäßig erfahrbar werden zu lassen. Sie ist kein Gegenprogramm zu den mancherorts unbeliebten und gleichwohl nötigen Kooperationen, Fusionen und Zusammenschlüssen von sehr kleinen Gemeinden. „einfach Gottesdienst feiern“ will die geistliche Stärke der Gemeinde fördern und sich nicht von strukturell-organisatorischer Schwäche beeindrucken lassen.

Der frühere Hamburger Bischof Hans-Otto Wölber soll einmal mit Blick auf den Versuch, mangelnder Akzeptanz kirchlicher Angebote durch inflationäre Ausweitung zu begegnen, sinngemäß gesagt haben: Die Kirche verhält sich wie ein Bäcker, der seine Brötchen nicht los wird und stattdessen immer mehr Filialen eröffnet. Bei dem hier vorgestellten Impuls geht es um etwas ganz Anderes: Die längst vorhandenen Filialen sollen – um im Bild zu bleiben – wieder regelmäßig und verlässlich als Orte der Versorgung mit Grundnahrungsmitteln des Glaubens geöffnet und erkennbar werden.

Wenn ein Tag in den Vorhöfen des Tempels besser ist als sonst tausend (Psalm 84), dann wird dies analog auch für den Kleinen Gottesdienst in einer Kirche oder Kapelle gelten.

Landessuperintendent Eckhard Gorka
Pastor Rolf Sturm

im Juni 2013

………………………………………………………………………………………

Sieben Stärken

… des kleinen Gottesdienstes

1. Der Raum spricht für sich.

Das Beste ist schon da: Der Raum Ihrer schönen Kirche oder Kapelle! Wenn
hierher Menschen zur Andacht und Besinnung kommen, dann ist das Ziel schon so
gut wie erreicht. Wenn es dazu noch etwas zu hören, zu sehen und zu singen gibt –
umso besser. Dafür ist der kleine Gottesdienst gedacht.

2. Die kleinen Gottesdienste sind etwas Eigenes.

Sie brauchen sich nicht hinter dem „richtigen“ Sonntagsgottesdienst zu verstecken.
Sie bieten einen eigenen Raum für Menschen, die zur Ruhe kommen wollen. Und
doch haben sie alles, was ein Gottesdienst braucht: Gemeinschaftlich beten, singen,
hören, schweigen. Und am Ende gibt es den Segen.

3. Jede und jeder kann mitmachen.

Nutzen Sie die Gaben, die Sie haben. Jede und jeder kann etwas zum Gelingen
beitragen. Lesen, Singen, Beten, Musik aussuchen – all das braucht etwas
Vorbereitung, aber keine besondere Ausbildung. Wer mit anderen beten, hören
und schweigen kann, hat schon alle Gaben, die nötig sind.

4. Der Ablauf bleibt erkennbar.

Das Herz feiert mit, wenn der Ablauf vertraut ist. Nach dieser Regel werden auch
die kleinen Gottesdienste gestaltet. Eine einmal gefundene Form bleibt über einen
längeren Zeitraum erhalten. Lesungen, Gebete und Lieder werden natürlich an die
Kirchenjahreszeit angepasst.

5. Verlässlichkeit ist wichtig.

Ob wöchentlich, alle 14 Tage oder monatlich: Der kleine Gottesdienst soll so
stattfinden, dass Menschen sich gut auf den Termin einstellen können. Ein fester
Rhythmus hilft auch dabei, selber bei der Mitarbeit durchzuhalten. Wer so
Gottesdienst feiert, ist Teil von etwas Größerem: der weltweiten Gemeinschaft der
Christen.

6. Wer da ist, feiert mit.

Natürlich freut man sich, wenn viele Menschen zum Gottesdienst kommen. Und
wenn nicht? Dann sind genau die richtig, die da sind. Zwei oder drei? Das würde
laut Jesus schon reichen. Wichtig: Feiern Sie diesen Gottesdienst für sich selber,
nicht nur für die andern. Dann kommt es auf die Zahl nicht mehr so an.

7. Kleiner Gottesdienst – kleiner Aufwand.

Gott ist da. Der Kirchenraum ist da. Und Menschen sind auch da. Viel mehr braucht
es nicht! Der kleine Gottesdienst soll auch für die ein gutes Erlebnis werden, die
ihn vorbereitet haben. Deshalb: Halten Sie den Aufwand dafür gering, so dass Sie
selber getrost mitfeiern können. Das steckt andere an – und so gelingt der kleine
Gottesdienst.

Advertisements

2 Gedanken zu “einfach.Gottesdienst.feiern

  1. Ich bin gerade an der Idee, „einfache Gottesdienste“ zu begründen, zu verantworten, dafür zu werben: In der Schlichtheit des Evangeliums des Jesus von Nazareth entdecken Menschen wieder neu den tragenden Grund ihres Lebens und „feiern“ – aber anders, als oftmals in unserer Kirche üblich. Nicht unbedingt mit viel Prunk und feierlicher Liturgie, das kann ja auch sein, sondern eher schlicht, einfach, geerdet, menschennah, unkompliziert. Inspiriert durch den Buchtitel von Herbert Koch, Einfach glauben, bin ich auf „meinen“ Titel „einfach feiern“ gekommen. Schön, dass es hier eine Initiative gibt! Gottes Segen und allen Beteiligten viel Geistes-Gegenwart, und sonnige Grüße aus Baden!

    1. Das ist eine der notwendigen Reformschritte in einer Kirche auf dem Lande. Die vielen schönen Kirchen geben Raum für gottesdienstliche Feiern, aber es sind nicht mehr genügend Pfarrer da, die regelmäßig vor Ort sind. Einfach.Gottesdienst.Feiern gibt Anlass zur Hoffnung, dass das Evangelium auch im kleinen Kreis gelesen und gehört wird. Gottes Segen auch für Ihr Modell „einfach feiern“ in Baden. Herzl. Gruß, Ihr Karlo Scholz

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s