Bursfelde

Kloster Bursfelde

Wer ganz gemütlich mit dem Auto von Karlshafen Richtung Hann. Münden fährt, sieht irgendwann linkerhand die Klosterkirche Bursfelde an der ruhig fließenden Weser liegen, umgeben von den grünen Höhen des Bramwaldes. Das Kloster Bursfelde hatte im Mittelalter Bedeutung erlangt durch eine benediktinische Reformbewegung unter Abt Johannes Dederoth, die so genannte „Bursfelder Kongregation“. Mit der 900 Jahre alten Klosterkirche und der einmaligen Lage  ist Bursfelde heute wieder ein spirituelles Zentrum. Träger des „Geistlichen Zentrums Kloster Bursfelde“ ist die Evangelisch Lutherische Kirche Hannovers.

IMG_0899

Das Kloster Bursfelde wurde als Benediktinerabtei 1093 von Graf Heinrich „dem Reichen“ von Northeim gestiftet. Die von  Otto von Northeim (Heinrichs Vater) errichtete, unweit gelegene Bramburg diente dabei als Schutz des Klosters. Im Benediktinerkloster widmete man sich besonders der Wissenschaft und dem Unterricht. Um 1200 gab es große verstreut liegende Ländereien, die das Kloster versorgten.

Nach dem Verfall des Klosters  in der Mitte des 14. Jahrhunderts (Pestepidemie) gestaltete Abt Johannes Dederoth (gestorben 1439)  das geistliche Leben der Mönche neu. Es kam zu  einer Rückbesinnung auf die Benediktsregel und die alten Ideale des Mönchstums. Privateigentum war verpönt,  man zelebrierte feierliche Gottesdienste und stärkte sich in einem vertieften Gemeinschaftsleben.

Der Reformation gegenüber zeigte man sich zunächst völlig ablehnend, Reformatoren kamen in Bursfelde nicht auf die Kanzel. Unter der evangelisch gewordenen Herzogin Elisabeth von Calenberg aber kam es dann doch 1542 zum Wechsel in das evangelische Lager.  Längere Zeit schwankte das Kloster zwischen katholisch und evangelisch bis es 1648 im Westfälischen Frieden endgültig lutherisch wurde.

Seit 1828 wurde der Abtstitel als Ehrentitel an Professoren der Theologie an Universität Göttingen vergeben. Diese aber blieben weitgehend passiv. Nach dem 2. Weltkrieg  wurden die staatskirchenrechtlichen Verhältnisse in Bursfelde im „Loccumer Vertrag“  von 1955 geregelt.

Bursfelde Meditationsraum

Die letzten Äbte Joachim Jeremias  (1968–1970), Götz Harbsmeier (1971-1979), Lothar Perlitt (1981-2000) sind vielen ehemaligen Göttinger Theologiestudenten auch von den „Bursfelder Himmelfahrtstreffen der Universität“ bekannt, zu denen man gerne ins schöne Wesertal pilgerte. Seit 2000 hat Professor Joachim Ringleben das Amt des Abtes von Bursfelde inne.

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s