Turbulenter Weg zur Reformation

1542 feierte Johannes Bugenhagen den ersten evangelischen Gottesdienst mit den Hildesheimern: Ausstellung in der Andreaskirche

Hildesheim. Johannes Bugenhagen betritt die Andreaskirche, um in Hildesheim den ersten evangelischen Gottesdienst abzuhalten: In einem Wandgemälde, das einst die Hildesheimer Rathaushalle zierte, stellte ein Künstler die Szene voller Würde und Andacht dar. Doch tatsächlich war es ein zäher Kampf über Jahrzehnte, ehe die Reformation auch in der Bischofsstadt Einzug hielt. Uwe Merten, Küster der Andreaskirche, hat sich lange mit dem turbulenten Weg zur Hildesheimer Reformation befasst und eine Ausstellung dazu zusammengetragen. Sie wird am Pfingstsonntag im Anschluss an den 10-Uhr-Gottesdienst in der Andreaskirche eröffnet und ist dann bis zum 31. August zu sehen.

Küster Uwe Merten und Pastor Detlef Albrecht vor dem Kirchenportal, durch das einst Johannes Bugenhagen die Andreaskirche betrat. Das Wandgemälde aus der Hildesheimer Rathaushalle, das diesen historischen Tag darstellte, ist heute nur noch als Stich erhalten.

In den Städten ringsum hatte die Lehre Martin Luthers sich längst durchgesetzt, als in Hildesheim noch immer evangelische Lieder, Predigten und Schriften verboten waren. Mit Hausdurchsuchungen und Bücherverbrennungen ging die Stadt dagegen vor, ließ Anhänger der neuen Lehre einsperren oder aus der Stadt weisen, evangelische Prediger von der Kanzel zerren. Es sei vor allem der damalige Bürgermeister Hans Wildefüer gewesen, hat Uwe Merten bei seinen Recherchen erfahren, der die katholische Kirche in Hildesheim beharrlich gegen die Reformatoren verteidigte. Erst nach seinem Tod im Dezember 1541 habe die evangelische Lehre in Hildesheim offiziell Einzug gehalten. „Turbulenter Weg zur Reformation“ weiterlesen

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