Wenn Realität und Sehnsucht Freundschaft schließen

Generalkonvent Sprengel Hildesheim-Göttingen  am 19. Juni 2013 in der Stadthalle Northeim

Northeim. Vor 300 Pastorinnen und Pastoren, im Beisein von Landesbischof Ralf Meister, des geistlichen Vizepräsidenten Arend de Vries und Landessuperintendent Eckhard Gorka hielt Professor Dr. Reiner Knieling, Leiter des Gemeindekollegs der VELKD, Neudietendorf bei Erfurt und Professor für Praktische Theologie an der Kirchlichen Hochschule Wuppertal/Bethel einen Vortrag über die Zukunft der Kirche, der kirchlichen Angebote und kirchlichen Strukturen. “Der Weg von flächendeckender Versorgung mit Gottesdiensten und Gemeindeangeboten zu ermächtigten Netzwerken zeichnet sich deutlich ab”, so der Erfurter Theologe. Kirche müsse deshalb ertragen können, dass es in Zukunft Formen “vagabundierender Religiosität und Spiritualität” in ihren Räumen gebe.

Zuvor ging  Landesbischof Meister in seinem Bischofsbericht auf den jüdisch-christlichen Dialog ein, auf die Armut im ländlichen Raum Niedersachsens und den im September stattfindenden Tag der Kirchenvorstände in Hannover.

Prof. Dr. Knieling
Generalkonvent 2013 in Northeim: Professor Reiner Knieling referiert über die Zukunft der Kirche. Bild: Presse- und Öffentlichkeitsarbeit im Sprengel Hildesheim-Göttingen, Karl-Otto Scholz

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➯ Rund 1.500 Menschen demonstrieren in Northeim gegen NPD-Parteitag

Rund 1.500 Menschen demonstrieren in Northeim gegen NPD-Parteitag – Superintendent warnt vor nationalsozialistischem Gedankengut

Superintendent Heinz Behrends spricht zu den Teilnehmern der Demonstration gegen eine NPD-Versammlung in Northeim. Foto: Ranke.

Northeim (epd). Rund 1.500 Menschen haben am Sonntag im südniedersächsischen Northeim gegen den Landesparteitag der rechtsextremen NPD demonstriert. Unter dem Motto „Keine Nazis in Northeim“ zogen sie im Abstand von mehreren hundert Metern um die Stadthalle herum – angeführt von Bürgermeister Harald Kühle (SPD), dem evangelischen Superintendenten Heinz Behrends und Bundestagsabgeordneten aus der Region. In der Stadthalle hatte sich unterdessen rund 90 Anhänger und Mitglieder der NPD versammelt. Einige von ihnen beschimpften anwesende Journalisten.

Bei einer Kundgebung wandte sich Superintendent Behrends gegen die Neonazi-Ideologie von Blut und Volkszugehörigkeit. Die eigentliche Gefahr seien weniger die 1,5 Prozent Wähler der NPD in Niedersachsen: „Die Gefahr ist das latent nationalsozialistische Gedankengut unter uns, das in Krisen leicht zu aktivieren ist.“ Diese Ideologie habe Deutschland einmal in eine Katastrophe geführt und 50 Millionen Menschen das Leben gekostet.

Behrends und Lothar Hanisch vom Deutschen Gewerkschaftsbund forderten ein Verbot der NPD. „Wir wollen einen erneuten Verbotsantrag“, sagte Hanisch. Die NPD sei antidemokratisch und wolle einen totalitären Staat. Die rechtsextremen Kameradschaften sollten ebenso verboten werden, da sie ein Sprachrohr der Neonazi-Szene seien.

Die Stadt wurde von mehreren Hundertschaften der niedersächsischen Polizei und aus angrenzenden Bundesländern gesichert. Sie riegelten die Innenstadt komplett ab. Trotz einiger Konfirmationsfeiern wirkte sie wie ausgestorben. Am Bahnhof wurden vorübergehend rund 300 Anhänger der linksautonomen Szene festgehalten. Dabei kam es wiederholt zu Rangeleien. 150 Linksorientierte widersetzten sich den Durchsuchungen der Polizei und wurden daraufhin im Zug zurückgeschickt.

Nach Angaben eines Polizeisprechers wurden zwei Demonstranten festgenommen, weil sie versucht hatten mit Fahnenstangen die Absperrungen zu durchbrechen. Der Protestzug wurde dadurch etwa eine dreiviertel Stunde aufgehalten. Ansonsten blieb die Lage friedlich.

Im Demonstrationszug verliehen CDU, SPD, Grüne und Linke sowie antifaschistische Gruppen ihrem Protest gemeinsam Ausdruck. „Wenn es drauf ankommt, stehen alle Demokraten zusammen“, sagte der SPD-Bundestagsabgeordnete Wilhelm Priesmeier. Die Evangelische Jugend führte Plakate mit der Aufschrift „Unser Kreuz hat keine Haken“ mit sich. Im Anschluss feierten die Demonstranten und andere auf dem Marktplatz ein Bürgerfest.

Die Stadt hatte in den Wochen zuvor mit allen Mitteln versucht, den Parteitag zu verhindern. Die NPD klagte sich jedoch erfolgreich durch die Instanzen.

Quelle: Evangelischer Pressedienst (epd), Landesdienst Niedersachsen-Bremen, Knochenhauerstr. 38/40, 30159 Hannover, Telefon: 0511/1241-701 Fax: 0511/32 33 13 E-Mail: hannover@epd.de.